27:27- Duell der Brüder endet Unentschieden

Das Duell der Köhler-Zwillinge in Wilhelmshaven endet mit einer Punkteteilung. Besonders das Prunkstück des VfL, die gewohnt starke Abwehr, erwischte einen schwächeren Tag. Nach einer turbulenten Schlussphase war das Unentschieden leistungsgerecht.

Schon bei der Busankunft in Wilhelmshaven war Steffen Köhler gefordert. Weggefährten aus der Vergangenheit begrüßten und herzten den gebürtigen Wilhelmshavener, dessen Zwillingsbruder noch heute beim WHV spielt. Und von Beginn an kam es zum direkten Bruder-Duell: Steffen Köhler am Kreis traf auf Janik im Abwehrblock der Wilhelmshavener. Passend dazu erzielte Steffen den ersten Treffer des Tages. „Gegeneinander zu spielen ist immer witzig und natürlich etwas Besonderes. Ich glaube, unsere Familie freut sich am meisten über die Punkteteilung. Ich hätte natürlich lieber gewonnen“, sagte Steffen Köhler nach dem Spiel.

Frische Kräfte

Torge Greve überraschte zu Beginn des Spiels mit zwei Personalien: Janik Schrader begann auf Rechtsaußen, Marino Mallwitz hütete das Tor. Zudem war auch Fynn Ranke nach auskurierten Rückenproblemen wieder im Kader.

Der VfL hatte in den ersten Minuten vor allem beim Torabschluss seine Probleme. Antonio Metzner, zuletzt einer der Punktegaranten der Lübecker, fehlte die Treffsicherheit. Bruhn kam für den glücklosen 2,07 Meter Hühnen ins Spiel und Köhler brachte die Schwartauer wieder mit 4:3 in Führung (9.). Die Lübecker waren nun auch im Torabschluss effektiver und erspielten sich durch Glabischs Siebenmetertreffer beim 7:5 erstmals eine Zwei-Tore-Führung.

15 Gegentore zur Pause

Doch der WHV ließ sich nicht abschütteln und profitierte von Fehlern der Lübecker. Beim Stand von 9:7 und Überzahl verpasste es der VfL, einen deutlicheren Vorsprung herauszuspielen. Stattdessen kamen die Gastgeber zum erneuten Ausgleich (9:9/20.). Wenig später ging der WHV dann sogar mit 11:10 in Führung (22.). „Da waren wir einfach nicht clever genug und haben zu viele Fehler gemacht. Wir hätten uns in dieser Phase absetzen müssen“, ärgerte sich Steffen Köhler.

Jetzt war auch die Halle wach und der VfL schien beeindruckt. Die Wilhelmshavener konnten sich jetzt absetzen, führten kurz vor der Pause erstmals mit drei Toren (15:12/29.). Pawel Genda verkürzte noch auf 15:13, mit zwei Toren Rückstand ging es in die Halbzeit. „Wir waren vor allem in der ersten Hälfte nicht konsequent genug und waren in der Abwehr immer einen Schritt zu spät. 15 Gegentore zur Pause sprechen eine klare Sprache“, verdeutlichte Torge Greve.

VfL kann doppelte Überzahl nicht nutzen

Torge Greve reagierte zu Beginn der zweiten Halbzeit und stellte Dennis Klockmann zwischen die Pfosten. Auf Rechtsaußen spielte nun Julian Lauenroth, der auch prompt den 16:16-Ausgleich erzielte (33.). Doch in der sonst so starken Abwehr offenbarten die Lübecker immer wieder große Lücken. Wilhelmshaven zog wieder auf 18:16 weg und erhöhte trotz doppelter Unterzahl sogar auf 19:16 (38.).

Und es blieb dabei: In der Abwehr bekam das Greve-Team keinen Zugriff und auch im Angriff blieben Genda und Co. glücklos. 15 Minuten vor dem Ende führte der WHV beim 22:19 noch immer mit drei Toren. Erst jetzt erwachte die Offensive wieder, Glabisch und zweimal Genda sorgten für den 22:22-Ausgleich (47.). In Überzahl gelang Dennis Klockmann wenig später der 23:22-Führungstreffer ins leere Tor der Gastgeber (50.). „Wir haben trotz des Rückstands Moral gezeigt und uns wieder zurückgekämpft. Dann hätten wir aber mehr Ruhe ins Spiel bringen müssen und das ist uns nicht gelungen“, so der VfL-Coach.

Spannende Schlussphase

Eine packende Schlussphase begann. Die Lübecker legten jetzt immer einen Treffer vor, doch Wilhelmshaven blieb dran. Kurios: Nach einem Wurf von Rechtsaußen strich der Ball ins Toraus, doch das Schiedsrichtergespann hat den Ball im Tor gesehen. Ein Loch im Netz machte es möglich. Der Treffer zählte – 26:26 (56.). Auch kurz vor dem Ende stand es 27:27-Unentschieden, Ballbesitz Wilhelmshaven. Mallwitz parierte stark, leitete den Konter ein, doch Kay Smits fing den Ball ab und bediente Schwolow, der aus 6m frei zum Abschluss kam. Wieder reagierte Mallwitz überragend – es blieb bei der Punkteteilung. „Es war irgendwie ein typisches Doppelspieltagsspiel. Beide Mannschaften waren bemüht, aber der Kräfteverschleiß war bei der Hitze in der Halle spürbar. Am Ende können wir mit dem Punkt aber leben“, resümierte Torge Greve.

2018-04-23T09:28:06+00:00Sonntag, 22. April 2018|