Aufholjagd nicht belohnt – VfL verliert in Hüttenberg 22:25

Es war ein Auswärtsspiel unter erschwerten Bedingungen. Stark dezimierte Schwartauer schaffen es nicht, den Elan aus dem letzten Heimspiel mit in die Partie gegen den Erstliga-Absteiger zu nehmen. Schlechte erste Halbzeit war nicht mehr zu korrigieren.

„Es ist die Chance für uns, enger zusammenzurücken“, kommentierte Torge Greve die Personalmisere vor dem 10. Spieltag. Das war allerdings zumindest im Mannschaftsbus nicht nötig, aber das hatte der Trainer ja auch nicht gemeint. Mit nur 13 Spielern trat der VfL die Fahrt zum Auswärtsspiel nach Hüttenberg an. Neben den ohnehin verletzten Dadi Runarsson und Marcel Möller standen auch Tim Claasen (Sprunggelenk), Pawel Genda (Nasenbeinbruch) und Toni Podpolinski nicht zur Verfügung.

Schleppender Beginn beider Mannschaften

Die ersten, die zu ihrer Form fanden, waren die Hüttenberger Zuschauer im fast ausverkauften, lautstarken Sportzentrum. Auf dem Feld dominierten konzentrierte Abwehrreihen und starke Torhüter – zu Beginn mit leichtem Vorteil für die Mittelhessen.

Anders als noch gegen Dormagen am vergangenen Wochenende fand der VfL im Angriff gegen die ungewohnte 3-2-1-Deckung der Hüttenberger keine Lösungen. Beleg dafür waren nach dem schnellen Führungstor (0:1) knapp zehn torlose Minuten der Blauen Tiger. So waren es die Gastgeber, die nach etwa fünf Minuten besser ins Spiel fanden. Entscheidende Verantwortung dafür hatte der erfahrene Tomas Sklenak. Ihn bekamen die Schwartauer insbesondere in der ersten Halbzeit kaum in den Griff.

Motto für die Offensive: Aus der Not eine Tugend machen

Torge Greve versuchte früh zu intervenieren. Bereits nach 12 Minuten nahm er seine erste Auszeit und forderte von seinem Rückraum mehr Mut und Entschlossenheit. Doch noch verpuffte dies, auch weil Jan Schult nach seiner zweiten Zwei-Minuten-Strafe etwas Vorsicht walten lassen musste und mit Markus Hansen ein weiterer Lübecker mit einer kleineren Verletzung Schonung benötigte. So erhielt Martin Waschul deutlich mehr Spielzeit im Angriff als gewohnt und der etatmäßige Linksaußen Basti Damm wurde kurzerhand zum Rückraumspieler befördert. Die Bilanz war ernüchternd. Trotz eines erneut guten Dennis Klockmann und vier Toren von Antonio Metzner (insgesamt neun Treffer) musste der VfL mit einem Sieben-Tore-Rückstand in die Pause gehen (14:7).

Dramatik in der zweiten Hälfte

Im zweiten Spielabschnitt stellten die Schwartauer ihre Abwehr auf eine 5-1-Formation um. So versuchte Trainer Torge Greve, Sklenak, den tschechischen Spielmacher der Hüttenberger, besser unter Kontrolle zu bekommen – mit Erfolg! Tor um Tor kamen die Gäste näher an die Hausherren heran, provozierten ihren Gegner zu Fehlern im Angriff. „In dieser Phase hat uns Dennis Klockmann im Spiel gehalten und dabei geholfen, wieder an einen Punktgewinn zu glauben“, lobte Greve seinen Schlussmann (11 Parade / 3 Siebenmeter) nach der Partie. In der 48. Minute betrug der Rückstand nur noch drei Tore und das Spiel wandelte sich von einer eindeutigen Angelegenheit zur Pause zu einem echten Krimi.

Besonders, als der Schwartauer Trainer nach seiner dritten Auszeit die Abwehr noch einmal etwas offensiver aufstellte und mit einer Manndeckung gegen Tomas Sklenak und Björn Zintel agieren ließ. Dies zeigte Wirkung – weitere Ballverluste der Hessen waren die Folge und der VfL hatte plötzlich die Chance auf den Ausgleich. Aber genau in dieser Phase fehlte das Glück, das man benötigt, um ein Spiel nach einem 7-Tore-Rückstand zur Pause noch zu drehen. Ein abgefangener Pass sowie ein verworfener Siebenmeter brachten die Entscheidung für die Gastgeber. Greve: „Das Spiel haben wir in den ersten 30 Minuten verloren. Diese Hypothek war leider etwas zu groß.“ Daran konnte auch Top-Torschütze Antonio Metzner (9 Treffer) nichts ändern. „Antonio hat eine tolle 2. Halbzeit gespielt und ist dahin gegangen, wo es weh tut. Das ist es, was ich von meiner Mannschaft erwarte – über 60 Minuten.“

Fazit: Es war ein Spiel mit zwei Gesichtern. Die erste Hälfte der Schwartauer mit acht einfachen Fehlern war einfach nicht gut. Der Sieben-Tore-Rückstand (trotz fünffacher Überzahl) war eine zu große Bürde. Der zweite Teil dieses Auswärtsspieles hingegen hat gezeigt, dass die Mannschaft von Torge Greve Charakter und Courage besitzt. Unter dem Strich wäre ein Punkt heute im Bereich des Möglichen gewesen.

Das anstehende spielfreie Wochenende kommt sicherlich gelegen, um die verletzten Spieler zu pflegen und diese emotionale Niederlage zu verarbeiten. Beides ist notwendig, denn am 02.11.2018 kommt mit dem HSC 2000 Coburg der Spitzenreiter in die Hansehölle!

2018-10-21T13:13:53+00:00Sonntag, 21. Oktober 2018|