Auswärtsspiel bei Top-Favorit Lübbecke

Am 6. Spieltag wartet ein echtes Highlight auf die Spieler des VfL Lübeck-Schwartau: es geht im knapp 300 km entfernten Lübbecker Ortsteil Nettelstedt gegen den Top-Favoriten auf den Aufstieg, den TuS N-Lübbecke!

„Da kommt einiges an Qualität auf uns zu“, fasst Torge Greve kurz und prägnant zusammen. „Lübbecke verfügt über Spieler mit hoher individueller Klasse. Besonders der wurfgewaltige Rückraum hat Erstligaformat. Ich sehe da vor allem Dener Jaanimaa, der bereits beim THW Kiel und in Melsungen seine Klasse unter Beweis gestellt hat.“ Die aktuelle Tabellensituation kann Greve natürlich nur schwer einordnen: „Dafür bin ich einfach zu weit weg. Unabhängig davon weiß ich aber, dass wir ihre Fähigkeiten nicht zur Entfaltung kommen lassen dürfen, um die Punkte aus Lübbecke mitnehmen zu können.“

TuS N-Lübbecke mit ambitionierten Zielen

Die Gastgeber, die in der vergangenen Spielzeit nur denkbar knapp mit einem Punkt Rückstand hinter den Eulen aus Ludwigshafen den bitteren Weg in die Zweitklassigkeit antreten mussten, haben sich viel vorgenommen. Nicht wenige Experten haben die Ostwestfalen als ersten Aufstiegsaspiranten auf dem Zettel, und das ist nicht weiter verwunderlich. Der Kader hätte laut Aussage des Geschäftsführers Torsten Appel wohl auch in der ersten Liga kaum anders ausgesehen und verfügt über internationale Erfahrung. Und auch der wirtschaftliche Rahmen soll sich im Vergleich zur Vorsaison nicht wesentlich verändert haben. So ist es nur konsequent, dass für die Lübbecker selbst der sofortige Wiederaufstieg das klare Saisonziel ist. Daran ändert auch der aktuell 11. Tabellenplatz (4:6 Punkte) nichts, obwohl Trainer Aaron Zierke, von 1993 – 1995 selbst aktiv in Schwartau, sicherlich nicht zufrieden sein kann.

Glanzvoller Vergangenheit folgen Auf und Abs

Noch als TuS Nettelstedt erlebte der Verein goldene Zeiten. 1977 war man Gründungsmitglied und erster Tabellenführer der eingleisigen Handball-Bundesliga. Danach folgten Siege im DHB-Pokal-, dem Europapokal der Pokalsieger und zwei Erfolge im City-Cup. Die 2000er Jahre hingegen lassen sich eher mit „durchwachsen“ bezeichnen, auch geprägt von wirtschaftlich schwierigen Phasen. Insbesondere aber in der zweiten Bundesliga haben sich die Lübbecker regelmäßig als zu stark für ihre Konkurrenten erwiesen. Eindrucksvoller Beleg dafür war die Zweitliga-Meistersaison von 2003 / 04, als der TuS mit 68:0 Punkte aufsteigen konnte. Das ist bislang nur noch der SG Flensburg / Handewitt gelungen.

Blick auf die Tabelle als schöne Momentaufnahme für den VfL

Während die Gastgeber des kommenden Spieltags ihre Tabellensituation sicherlich schnellstmöglich „reparieren“ möchten, steht der VfL Lübeck-Schwartau deutlich komfortabler da. Die harte und konzentrierte Arbeit in der Vorbereitung und während der noch jungen Spielzeit zahlt sich aus. 8:2 Punkte und ein dritter Tabellenplatz erzeugen eine tolle Stimmung bei Fans, Umfeld und Mannschaft. Trainer Torge Greve: „Wir sind in der Saison angekommen. Das merkt man im Spiel und im Training. Es macht Spaß, die Jungs dabei zu beobachten.“

Positiv stimmt auch, dass Martin Waschul nach seinem Handbruch auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist. Zwar brauchen Jan Schult und Thees Glabisch noch etwas Zeit, bevor sie wieder auf Torejagd gehen können, aber gerade auf Linksaußen macht Sebastian Damm einen guten Eindruck. „Es ist schön, auch auf dieser Position doppelt besetzt zu sein. Ich habe großes Vertrauen in Basti“, sagt ein zufriedener Coach.

Prognose für das Spiel

„Vorhersagen sind nicht meine Sache“, sagt Greve. „Aber in der Saisonvorbereitung haben wir bereits die Qualität von Lübbecke hautnah erfahren dürfen.“ In einem Freundschaftsspiel verlor der VfL mit acht Toren Differenz. „Wir müssen in unser Spiel finden und dürfen nicht zu viele Fehler machen, sonst laden wir den Gegner geradezu zu Gegenstößen ein. Wir gehen sicherlich nicht als Favorit in das Spiel, werden aber trotzdem alles dafür tun, um erfolgreich zu sein.“

 

2018-09-29T09:43:59+00:00Freitag, 28. September 2018|