Bedeutsames Spiel um den Abstieg aus der 2. Bundesliga

Der VfL Lübeck-Schwartau tritt am vorletzten Spieltag (01.06., 18.00 Uhr) beim abstiegsgefährdeten HC Elbflorenz an und kann erneut Zünglein an der Waage spielen.

Aber zuerst noch ein kleiner Rückblick auf das vergangene Heimspiel gegen den HSV Hamburg. Die Offiziellen des VfL hatten vor der Partie bewusst auf die Emotionsbremse gedrückt und ein „ganz normales Spiel“ prognostiziert (Gerrit Claasen). Aber weder die 2.176 Zuschauer hielten sich daran, noch die beiden Mannschaften. Im Ergebnis führte das zu einem spannenden 25:24-Sieg der Lübecker, der alles bot, was man sich von einem Derby verspricht: Kampf, Dramatik, ein begeistertes Publikum, tolle Torhüter auf beiden Seiten und durchsetzungsstarke Rückraumshooter (z. B. Metzner und Forstbauer).

VfL-Coach Jörg Engelhardt blickt zurück: „Das war ein typisches Derby mit vielen Auf und Abs. Dazu kam eine sensationelle Atmosphäre, die beide Mannschaften noch einmal richtig gepusht hat. Aus meiner Sicht fiel die Entscheidung zu unseren Gunsten, weil wir im richtigen Moment Nadelstiche setzen konnten, defensiv wie offensiv. Unsere Abwehr und Marino waren in Schlüsselmomenten voll da. So konnten wir auch immer wieder in unser Gegenstoßspiel kommen und haben dem HSV den Zahn gezogen, wenn auch am Ende nur ein knapper Erfolg stand.“

Jetzt wartet der HC Elbflorenz

Genauso knapp wie das Nordderby verlief auch das Hinspiel gegen den kommenden Gegner aus Dresden, dem HC Elbflorenz. Am Ende siegten die Schwartauer nach einem Wechselbad der Gefühle mit 26:25.

Der Begriff „Wechselbad“ beschreibt auch die letzten Spiele des HC Elbflorenz ganz passend: Niederlage in Rimpar, Siege gegen Aue und die Rhein Vikings, Unentschieden gegen Hüttenberg, Sieg in Dormagen, Niederlage gegen Wilhelmshaven und zuletzt ein Sieg in Großwallstadt. Zusammen mit den übrigen Spielen der Saison holten die Dresdner 29 Punkte und stehen damit aktuell auf Platz 14. – zum ausgegebenen Saisonziel „Klassenerhalt“ fehlt noch ein Punkt (wegen des deutlich besseren Torverhältnisses gegenüber dem Wilhelmshavener HV). Wie groß die Anspannung der Vereinsführung ob des bisherigen Saisonverlaufes ist, zeigte sich nach dem 29. Spieltag, als der bisherige Cheftrainer Christian Pöhler durch seinen Co Rico Göde ersetzt wurde. Nachvollziehbar, wenn man sich z. B. die Investitionen in die Infrastruktur (BallsportARENA Dresden) oder das Ziel, mittelfristig an die Tür zur ersten Liga anzuklopfen, vor Augen hält.

Die Qualität, um einen besseren Tabellenplatz zu erreichen, haben die Dresdner laut Jörg Engelhardt allemal: „Elbflorenz ist auf allen Positionen gut besetzt, teilweise auch doppelt. Sie gehören eigentlich nicht in die Nähe der Abstiegsplätze. Aber vielleicht gelingt ihnen das ja im nächsten Jahr.“

Im letzten Auswärtsspiel in Großwallstadt haben die Sachsen nervenstark gezeigt, dass sie Endspiele können. Mit einem 27:24-Auswärtssieg schickten sie den TVG in die dritte Liga und eröffneten sich somit selbst die Option, den Klassenerhalt gegen den VfL Lübeck-Schwartau klar zu machen. Spieler mit der sichersten Hand war Julius Dierberg, der zehn Tore erzielte und dabei acht Siebenmeter verwandelte (100%-Quote).

Ansonsten lebt der HC von seiner guten Auswärtsbilanz und einem alten bekannten: Nils Kretschmer, von 2011 – 2012 selbst VfLer und darüber hinaus noch viel länger Bruder vom Schwartauer Rechtsaußen Finn, ist erfolgreichster Torschütze der Dresdner. Allerdings rangiert er mit 120 erzielten Treffern auf Platz 36 im Vergleich der besten Torjäger der 2. Bundesliga, was trefflich einen Grund für den prekären Tabellenplatz ausmachen dürfte. Mit 897 Toren lässt Elbflorenz nur Rimpar und die Rhein Vikings in dieser Statistik hinter sich.

Im Gegensatz zur besonderen Drucksituation der Dresdner kann der VfL die Saison unbeschwert ausklingen lassen. Das scheint eher zu beflügeln (seit sieben Spielen sind die Lübecker ungeschlagen), als dazu zu führen, dass die Einstellung leidet. In beeindruckender Manier kämpft sich das Team von Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt immer wieder nach Rückständen zu Siegen und ignoriert dabei regelmäßig personelle Ausfälle. Stichwort: Teamgeist! Der ist auch am kommenden Sonntag, 18.00 Uhr, in Dresden wieder gefragt – dann sollen zwei weitere Punkte auf die Haben-Seite wandern (Sportdeutschland.tv überträgt wie gewohnt).

2019-05-29T17:45:59+00:00Mittwoch, 29. Mai 2019|