Corona-Pandemie: Saison 2019/20 wird abgebrochen

Jetzt ist es offiziell: Die aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochene Saison der 2. Handball-Bundesliga wird nicht weitergespielt. Die 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga haben mit einer deutlichen Mehrheit für einen Abbruch gestimmt. Damit reagiert der deutsche Profihandball auf die massiven Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Auch der VfL Lübeck-Schwartau hat sich für das vorzeitige Ende der Saison ausgesprochen.

 

Für VfL-Geschäftsführer Daniel Pankofer war diese Entscheidung alternativlos. „Es ist natürlich traurig, dass wir diese Saison nicht zu Ende spielen können, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Da wären zu viele Ungewissheiten. Was passiert, wenn sich ein Spieler mit dem Corona-Virus infiziert? Und wo soll trainiert werden, wenn die Hallen noch gesperrt sind? Wir könnten uns nicht professionell auf einen Spielbetrieb in der 2. Bundesliga vorbereiten. Jetzt haben wir aber Klarheit und können unsere Kraft in die Planung und Vorbereitung der neuen Saison stecken.“

Positive Signale

Bereits vor der Entscheidung über den Abbruch der laufenden Saison hat der VfL von Sponsoren und Dauerkarteninhabern positive Signale bekommen. Über 90 Prozent der Dauerkarteninhaber wollen auf einen Rückzahlungsanspruch verzichten. „Wir haben tolle Briefe und Rückmeldungen erhalten, wir haben richtig geile Fans, auf die wir stolz sein können“, sagt VfL-Geschäftsführer Daniel Pankofer. Auch zahlreiche Sponsoren sicherten dem VfL bereits ihre Unterstützung in dieser schwierigen Phase zu.

Die Mitgliederentscheidung für den Abbruch der 54. Saison macht den Weg frei für die Bewertung der vorzeitig beendeten Spielzeit durch das achtköpfige Präsidium der Handball-Bundesliga e. V. Die hierfür herangezogene Abbruchtabelle wurde nach eingehender juristischer Prüfung auf Basis der Quotientenregel erstellt (Pluspunkte am 12. März 2020, dividiert durch Anzahl absolvierter Spiele mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Bei gleichem Quotienten entscheidet die Tordifferenz). Hieraus ergeben sich folgende Wertungen:

  • HSC 2000 Coburg ist Meister der 2. Handball-Bundesliga
  • Aufsteiger in LIQUI MOLY HBL: HSC 2000 Coburg und TUSEM Essen (Zweitplatzierter) 
  • Absteiger-Regel: Es gibt keine sportlichen Absteiger aus der 1. und 2. Handball-Bundesliga
  • Aufsteiger aus 3. Ligen: Nach Abstimmung mit dem Deutschen Handballbund steigen statt wie im Grundlagenvertrag vorgesehen drei Teams, in der kommenden Saison vier Klubs aus den vier 3. Ligen in die 2. HBL auf

Zum jetzigen Zeitpunkt würde sich durch obige Saisonbewertung eine Aufstockung der
LIQUI MOLY HBL von 18 auf 20 Klubs sowie in der 2. Handball-Bundesliga von 18 auf 19 Klubs ergeben (HSG Krefeld hatte keine Lizenz erhalten und steht als Absteiger aus der 2. HBL fest).   

Liga-Präsident Uwe Schwenker sagt: „Die vorrangige Aufgabe für uns alle bleibt es, die Infektionsrate weiter und stabil nach unten zu drücken. Nur mit äußerster Disziplin werden wir das Coronavirus in den Griff bekommen. Natürlich hätten wir unsere Saison liebend gerne zu Ende gespielt. Dafür haben wir alles getan, aber die Corona-Pandemie lässt dies derzeit einfach nicht zu. Ein Wiedereinstieg zu einem noch späteren Zeitpunkt ist nicht mehr machbar, da das Zeitfenster, das uns bis zum 30. Juni bleiben würde, zu klein wäre, um den Spielern auch nur annähernd die Chance zu geben, sich im Trainingsbetrieb auf den harten Wettbewerb vorzubereiten. Das Verletzungsrisiko wäre zu groß. Deswegen ist der Abbruch der Saison sehr bitter, aber alternativlos.“

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann sagt: „Nach sechs Wochen Corona-Krise bleibt unsere Situation sehr ernst. Dank eines sehr guten Krisenmanagements werden wir auch die kommenden Wochen meistern. Der Abbruch der Saison unterstreicht aber die große Bedrohung, in der wir uns mehr denn je befinden. Existentiell entscheidend wird es nun sein, wann wir wieder in unseren Arenen vor Zuschauern spielen können. Wir tun daher alles uns Mögliche, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen, damit die Politik möglichst zeitnah eine auch für uns praktikable Neubewertung vornimmt.“

Alle 36 Klubs und deren Mitarbeiter, die HBL GmbH sowie alle Sponsoren und Subunternehmen hoffen, dass die Anzahl der Neuinfektionen weiter sinkt. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Ministerpräsidenten und die Bundesregierung bei ihrer nächsten Sitzung (30. April) eine Neubewertung der Corona-Krise vornehmen können, welche Planungssicherheit im Hinblick auf den Einstieg in die Saison 2020/21 gibt.

2020-04-21T12:57:55+00:00Dienstag, 21. April 2020|