Das Feuer mitnehmen!

VfL Lübeck-Schwartau will den Rückenwind aus dem letzten Sieg auch beim TuS N-Lübbecke (16.11, 19.00 Uhr) nutzen

Nach vier Niederlagen in Folge konnte der VfL Lübeck-Schwartau am letzten Spieltag endlich wieder gewinnen. Der TV Emsdetten wurde in eigener Halle mit 28:22 bezwungen, die Ergebnisse und Ereignisse der vergangenen Wochen traten somit erst einmal in den Hintergrund.

Trainer Piotr Przybecki zum Erfolg: „Das war kein normales Spiel für uns. Wenn Du vier Spiele hintereinander verlierst, wird die Anspannung noch größer, das ist doch ganz klar. Dass wir diese Negativserie durchbrochen haben, freut mich natürlich sehr, auch für die Fans, die in den letzten Wochen etwas Geduld mit uns haben mussten. Ich hoffe, dass auch durch diesen Sieg wieder etwas Ruhe reinkommt und wir den Schwung mit nach Nettelstedt nehmen können.“

Gegen den TuS N-Lübbecke besteht die Chance, die bisherige Saison weiter aufzupolieren. Oder wenn man es genauer nimmt, sind es sogar zwei Bilanzen, die aufpoliert werden können. Zum einen darf man nicht verkennen, dass ein Sieg noch keinen Sommer macht. Der VfL hat immer noch 9:13 Punkte und rangiert auf dem 13. Tabellenplatz. Es geht also weiter darum, Anschluss an das gesicherte Mittelfeld zu finden. Und zum anderen stimmen einen die Direktvergleiche mit dem TuS N-Lübbecke nicht wirklich positiv. Einem Sieg (März 2019) stehen sieben Niederlagen gegenüber – auch hier besteht also noch reichlich Luft nach oben.

TuS Nettelstedt-Lübbecke nicht weit weg

Knapp 300 km trennen Schwartau und Nettelstedt voneinander – in der Tabelle sind es nur zwei Punkte. Die Ostwestfalen sind zwar im Vergleich zur Vorsaison (Ziel: direkter Wiederaufstieg) etwas bescheidener geworden („nur“ noch oben mitspielen), aber für den ehemaligen deutschen und europäischen Pokalsieger ist das Mittelfeld der zweiten Bundesliga sicherlich nicht auf Dauer erstrebenswert. Nicht ohne Grund steht seit dieser Saison mit Emir Kurtagic ein erfahrener und ehrgeiziger Trainer auf der Kommandobrücke des TuS N-Lübbecke. Er hat den Auftrag, mit seiner Mannschaft wieder begeisternde Auftritte in der heimischen Merkur Arena hinzulegen. In erster Linie sollen die Herzen der Fans zurückerobert werden, von denen bisher auch in dieser Saison einfach nicht genug die Heimspiele ihrer Mannschaft besucht haben. Mit einem Zuschauerschnitt von 1.233 findet sich der TuS auf dem 16. Platz wieder – die VfL-Heimspiele besuchten im Vergleich dazu durchschnittlich 1.943 Fans (Platz 8). Przybecki zur Unterstützung von den Rängen: „Das ist ein ganz wichtiger Faktor, der uns schon oft getragen hat. So kannst Du als Spieler noch einmal die letzten Prozent aus dir herausholen, gerade wenn es mal nicht so gut läuft. Das war gegen Emsdetten über 60 Minuten der Fall. So stelle ich mir die ideale Symbiose zwischen Mannschaft und Zuschauern vor.“

Aber nicht nur tabellarisch sind die beiden Kontrahenten des nächsten Spieltags dicht beieinander, auch die Ausgangssituationen der Vereine sind durchaus vergleichbar. Ebenso wie der VfL Lübeck-Schwartau verlor der TuS N-Lübbecke Stützpfeiler seiner Mannschaft. Die Abgänge von Dener Jaanimaa und Joel Birlehm haben ähnliche Löcher gerissen wie bei den Ostholsteinern die von Antonio Metzner, Basti Damm oder Toni Podpolinski. Weiter einen den VfL und den TuS die neuen Trainer mit neuen Ideen. Und auch die Spielsysteme ähneln sich durchaus. Beide Mannschaften setzen auf ein schnelles Umschaltspiel aus einer sicheren Abwehr – und die steht auf beiden Seiten gut. Lübbecke kassierte in dieser Spielzeit lediglich 262 Gegentore (zweitbester Wert), der VfL Lübeck-Schwartau 267 (drittbeste Defensive). Und die letzte hier genannte Parallele: der Angriff. Es gibt bei beiden Mannschaften nicht den einen Torschützen, der alle anderen überragt. Vielmehr verteilt sich die Last des Torewerfens auf viele Schultern.

Noch eine Schippe drauflegen

Vieles spricht also für ein spannendes und ausgeglichenes Spiel. Aber grau ist am Ende alle Theorie! Was erwartet Piotr Przybecki? „Nettelstedt gehört vom Potenzial her in die Spitzengruppe der 2. Bundesliga. Sie haben aber ihre ganze Klasse noch nicht abrufen können, obwohl sie einen guten Kader haben. Z. B. Spohn, Orlowski und Strosack haben ein hohes Niveau im Angriff, mit Bagaric haben sie einen ganz erfahrenen Mann in ihren Reihen und in der Abwehr verfügen sie über einen stabilen Mittelblock. Sie spielen eine körperbetonte 6:0-Deckung und versuchen dann, in schnelle Gegenstöße zu kommen“, so der Trainer. Und weiter: „Für uns wird es wichtig sein, dass wir die Energie aus dem Emsdetten-Spiel mitnehmen. Mir hat unsere Abwehrleistung und das Zusammenspiel mit Dennis Klockmann im Tor sehr gut gefallen. Darauf können wir aufbauen. Die Stimmung in der Mannschaft war bislang nicht wirklich schlecht, ist jetzt aber nach dem doppelten Punktgewinn noch etwas besser. Auch das kann ein wichtiger Faktor werden. Wenn ich mir jetzt noch etwas wünschen könnte, dann wären das etwas mehr personelle Alternativen. Die fehlen uns verletzungsbedingt gerade in der Abwehr. Aber da das Leben kein Wunschkonzert ist, müssen wir im Vergleich zum letzten Spiel wohl einfach noch eine Schippe drauflegen.“ Wie das aussieht und wie das Spiel ausgeht, ist wie immer im Livestream von sportdeutschland.tv zu sehen!

2019-11-15T18:42:20+00:00Donnerstag, 14. November 2019|