Derbytime!

Am 31.10. tritt der VfL Lübeck-Schwartau beim HSV Hamburg an (17.00 Uhr) und hofft erneut auf große Unterstützung der eigenen Fans

Dadi Runarsson zeigt es an: Zwei Punkte sollen her!

Süßes oder Saures an Halloween? Oder anders gefragt: Kann der VfL Lübeck-Schwartau nach drei Niederlagen in Folge endlich wieder doppelt punkten? Ein Auswärtssieg wäre Balsam für die geschundene Seele, aber die aktuelle sportliche Situation ist nicht einfach. Neben den verlorenen Spielen gegen Hamm, Eisenach und Essen ist dafür vor allem die erneute schwere Knieverletzung von Pawel Genda verantwortlich. Ein Schock für den VfL! Der Coach Piotr Przybecki dazu: „Pawel ist am Boden zerstört, genau wie wir alle. Es ist unglaublich bitter, denn er wollte bei uns wieder richtig angreifen, um sich auch nachhaltig für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Die EM war sein großes Ziel. Aber Pawel ist ein Kämpfer. Er wird zurückkommen.“

Neben der großen Tragödie für den Spieler hat der Ausfall von Genda aber auch für das Schwartauer Spielsystem bedeutsame Konsequenzen. Dazu Piotr Przybecki: „Pawel ist eine starke Stütze unserer Abwehr, bildet mit Fynn Ranke und Martin Waschul das aggressive Gerüst im Innenblock. Da müssen sich jetzt andere beweisen, zumal auch Ranke nicht fit ist. Und in der Offensive werden uns seine einfachen Tore fehlen. Mal sehen, wie wir das kompensieren können.“

HSV Hamburg mit einem guten Start in die neue Spielzeit

Aber auch der kommende Gegner, der Handball Sport Verein Hamburg, wird es der Mannschaft von Piotr Przybecki alles andere als leicht machen. Die Hansestädter sind ausgesprochen erfolgreich in die Saison gestartet und belegen aktuell den sechsten Tabellenplatz (11:7 Punkte). Damit ist die Grundlage für das Erreichen des Saisonziels gelegt. Nach dem Aufstieg 2018 beendete der HSV die letzte Spielzeit auf einem guten zwölften Rang. Der soll in dieser Saison verbessert werden, mit dem Abstieg möchte man sehr frühzeitig nichts zu tun haben. Dafür sollen unter anderem die beiden bundesligaerfahrenen Neuzugänge Tobias Schimmelbauer (Stuttgart) und Jens Schöngarth (Göppingen) sorgen. Im Rampenlicht steht aber im Moment ein anderer: Niklas Weller, 26-jähriger Kreisläufer der Hamburger, spielt eine herausragende Saison und führt die Torschützenliste der zweiten Bundesliga mit 71 Treffern und einer Wurfquote von über 83 % an – beeindruckend.

Przybecki zum kommenden Gegner: „Der HSV erwartet uns mit viel Selbstvertrauen. Die Mannschaft hat sich im Vergleich zum letzten Jahr gut entwickelt. Dazu tragen nicht nur die Neuzugänge bei, von denen Jens Schöngarth sicherlich der bekannteste ist. Er bildet mit Leif Tissier ein interessantes Duo auf der rechten Rückraumseite. Aber auch die Mittelposition ist stark besetzt. Egal wer da spielt, jeder ist in der Lage, das Tempo hoch zu halten, immer wieder zwei Gegenspieler zu binden und so Räume für die Nebenleute zu schaffen.“

Eigene Gesetze im Derby

Die Hamburger sind also gut drauf! Erfolgreich war der HSV bislang gegen Ferndorf, Dormagen, (und im Gegensatz zum VfL) Dresden, Hüttenberg und Konstanz. Gegen Hamm, Gummersbach und Eisenach hingegen hat die Mannschaft von Torsten „Toto“ Jansen verloren. Bei diesem Blick auf den bisherigen Saisonverlauf zeigt sich also, dass die vermeintlich großen Mannschaften der Liga noch nicht bezwungen wurden. Der VfL Lübeck-Schwartau gerät allerdings aktuell nicht in den Verdacht, zu den Großen der Liga zu zählen. Zu ernüchternd waren die letzten Ergebnisse und zu angespannt ist immer noch die personelle Situation. Aber die Hamburger sind sicherlich nicht unschlagbar, besonders nicht in der besonderen Atmosphäre eines Derbys.

Für Piotr Przybecki kommt das Spiel in Hamburg ganz recht: „Ein Derby ist immer etwas Besonderes und gehorcht seinen eigenen Regeln. Da ist es vielleicht gar nicht so wichtig, wie die letzten Punktspiele ausgegangen sind oder wer dem jeweiligen Trainer zur Verfügung steht.“ Mut macht dabei vielleicht auch ein Blick auf das letzte Auswärtsspiel des VfL in der Alsterdorfer Sporthalle. Über 500 Schwartauer Fans waren Zeugen des 21:18 Auswärtssieges. Beides darf sich gerne wiederholen, also erstens die Begleitung durch möglichst viele VfL-Anhänger und zweitens ein Sieg der Schwartauer. Noch einmal Przybecki: „Wir wollen die Stimmung in der Halle von Anfang an auf unsere Seite holen. Dazu müssen wir besonders in der Abwehr präsent sein und dort die Grundlage legen, wie in den ersten 20 Minuten gegen Essen. Das hat mir gut gefallen. Die Mannschaft ist jedenfalls bereit. Ich kann die besondere Spannung vor dem Derby im Training spüren, aber wir werden nicht übermotiviert in das Spiel gehen. Und wenn wir im Angriff etwas cleverer abschließen, kann uns eine Wiederholung des Vorjahreserfolges gelingen.“

2019-10-30T07:45:32+00:00Dienstag, 29. Oktober 2019|