Deutliche Niederlage in Hamburg

Bittere Derby-Niederlage! Der VfL Lübeck-Schwartau hat das Nordderby beim HSV Hamburg 21:29 (12:9) verloren. Die angespannte Personalsituation, Probleme in der Abwehr und zu viele individuelle Fehler waren ausschlaggebend für einen enttäuschenden Auftritt der Lübecker.

3700 Zuschauer in der ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg, darunter rund 400 mitgereiste VfL-Fans, die ihre Mannschaft mit lautstarken „Schwartau“-Sprechchören empfingen – es war angerichtet für das Nordderby. Doch die Lübecker taten sich im Angriff zunächst schwer, fanden gegen die kompakte Abwehr der Hamburger keine Lösungen und kassierten zwei schnelle Kontertore. Erst in der fünften Minute erzielte Thees Glabisch von Linksaußen den ersten Treffer für den VfL.

Doch auch in der Folge hatten die Schwartauer Probleme in der Offensive, bissen sich an der Deckung der Gastgeber die Zähne aus, leisteten sich technische Fehler – oder scheiterten an Keeper Edvardsson.  Die Hamburger setzten sich durch ihr gutes Tempospiel auf 8:3 ab (15.). Piotr Przybecki hatte Redebedarf und zog die erste Auszeit. „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und individuelle Fehler gemacht, dadurch konnte Hamburg einfache Tore erzielen“, analysierte Przybecki.

Jetzt fand der VfL besser in die Partie, konnte vor allem das Tempospiel der Hamburger besser unterbinden und stand kompakter in der Deckung. Dennis Klockmann im Tor wurde zum gewohnt starken Rückhalt und auch vorne hatte das Team von Trainer Przybecki jetzt bessere Ideen. Markus Hansen verkürzte auf 9:6 (22.). Als Klockmann dann auch noch einen Tempogegenstoß von Leif Tissier parierte, nahm auch HSV-Trainer Jansen die Auszeit. „Wir hatten eine sehr gute Torwartleistung, aber trotzdem konnten wir das Spiel nicht ausgeglichener gestalten“, ärgerte sich Przybecki.

Rot für Waschul

Ganz bitter für die Schwartauer: Abwehrchef Martin Waschul kassierte schon in der 24. Minute die dritte Zeitstrafe – und die Rote Karte. Keeper Klockmann lief dafür jetzt zur Höchstform auf, fischte den fälligen Siebenmeter erneut aus dem Eck, parierte auch in den folgenden Angriffen und hielt sein Team in dieser Phase im Spiel.

Bis zur Pause blieb es aber bei einem Drei-Tore-Vorsprung für das Jansen-Team. Zwar baute Jan Forstbauer die Führung mit zwei Treffern in Folge auf fünf Tore aus, doch Steffen Köhler verkürzte kurz vor dem Ende ebenfalls mit zwei Toren in Serie auf 12:9.

Abwehrsorgen und technische Fehler

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten erneut die Hamburger. Der VfL hatte ohne Martin Waschul Probleme in der Abwehr und erlaubte sich erneut zu viele technische Fehler. Weil auch Fynn Ranke und Pawel Genda verletzt fehlten, bildeten Jan Schult und Steffen Köhler jetzt den Abwehrblock. Piotr Przybecki konnte nicht zufrieden sein mit dem Auftritt seiner Mannschaft, beim Stand von 19:15 unterbrach der Pole die Partie für seine zweite Auszeit (43.).

Doch es blieb dabei: Die sonst so starke Abwehr der Schwartauer bekam keinen Zugriff, auch eine offensive Variante mit Dadi Runarsson als Spitze brachte die Hamburger nicht ins Schwitzen. Phillip Bauer besorgte das 23:16 (49.). Auch eine doppelte Unterzahl der Gastgeber konnten die Lübecker dann nicht nutzen, um den Vorsprung entscheidend zu verkürzen. Und so waren es auch knapp acht Minuten vor dem Ende sechs Tore Rückstand. Der starke Bauer traf in Unterzahl zum 24:18 (53.), die Entscheidung im Spiel.

Am Ende wurde es dann deutlich: Der VfL unterlag 29:21 beim Nordrivalen in Hamburg und kassiert die vierte Niederlage in Folge. „Wir haben jetzt durch das Wochenende etwas Zeit, um abzuschalten und uns dann schnellstmöglich wieder zu sammeln. Gegen Emsdetten müssen wir in der Lage sein, 60 Minuten lang Paroli zu bieten. Das haben wir heute nicht geschafft“, so VfL-Coach Przybecki.

2019-10-31T20:33:43+00:00Donnerstag, 31. Oktober 2019|