DHB-Pokal Erstrunden-Final Four: Flensburg und Lübeck-Schwartau im Endspiel

Begeisternde Spiele im vielleicht stärksten Vorrunden-Turnier – für das Finale sind noch Restkarten verfügbar.

Das Final Four in der Lübecker Hansehalle hat gehalten, was viele sich erwartet haben!

Spiel 1: Mecklenburger Stiere vs. SG Flensburg-Handewitt

Die Vorzeichen vor dem ersten Spiel dieses Final Fours waren klar. Die SG Flensburg-Handewitt ging als großer Favorit in die Partie und wurden dieser Rolle auch gerecht. Routiniert zog der Deutsche Meister sein Spiel auf und stellte dazu noch in der Abwehr ein schier unüberwindbares Bollwerk (Golla, Hald, Röd) auf. Der Drittligist aus Schwerin enttäuschte allerdings nicht, biss sich aber ein ums andere Mal die Zähne an der SG-Abwehr aus.

Die 1.625 Zuschauer, von denen ein Großteil dem Underdog die Daumen drückten, sahen ein gutes Spiel, in dem die Norddeutschen schnell mit 4:2 führten. Lediglich Lutz Weßeling (mit fünf Toren bester Werfer seiner Mannschaft) fand hin und wieder eine Lücke in der Flensburger Deckung und sorgte mit seinen Toren in der Anfangsphase für Tuchfühlung. Aber mit zunehmender Spieldauer setzte sich die Routine und die Klasse der SG durch und der Vorsprung vergrößerte sich. Über 8:4 (13.) und 14:8 (23.) machte der Favorit bis zur Halbzeit eigentlich schon alles klar (18:12).

Dass Flensburg den Schweriner nicht vollends davonlief, lag auch an dem hervorragend aufgelegten Jan Kominek im Stiere-Tor. Der Keeper parierte im gesamten Spiel zehn Würfe. Gegen die beiden Rückraum-Halben Magnus Röd (6 Tore) und Simon Jeppsson (5 Tore) konnte aber auch er häufig nichts Entscheidendes mehr ausrichten. So verlief auch die zweite Halbzeit wie SG-Trainer Maik Machulla und ein Großteil der Zuschauer es erwartet hatten. Neben der überzeugenden Rückraum-Vorstellung trugen dazu auch die schnelle erste und zweite Welle der Flensburger bei, die die Mecklenburger schlicht überforderten.

Das soll aber die Schweriner Leistung in keinster Weise schmälern. Mit viel Leidenschaft und Einsatz war das Ergebnis bis zur 45. Minute knapper, als es sicherlich viele vor dem Spiel erwartet haben (26:20). Erst in der Schlussviertelstunde ließen die Kräfte des Drittligisten merklich nach und Flensburg konnte am Ende ungefährdet mit 35:24 gewinnen. Der erste Endspiel-Teilnehmer war gefunden.

Spiel 2: VfL Gummersbach vs. VfL Lübeck-Schwartau

Das zweite Spiel des Abends war eigentlich als krönender Abschluss einer kräftezehrenden Vorbereitung gedacht. VfL-Coach Piotr Przybecki relativierte aber: „Eigentlich sind wir noch mitten in der Vorbereitung. Erschwerend kommt hinzu, dass mit Jan Schult, Thees Glabisch und Pawel Genda 3/5 der linken Angriffsseite fehlen.“

Der VfL Gummersbach dürfte sich in derselben Phase der Vorbereitung befinden. Zusätzlich steht Coach Torge Greve vor der Herausforderung, einige Neue zu integrieren. Die haben es allerdings in sich: Robin Haller, Tin Kontrec, Alexander Herrmann, Filip Ivic und Lukas Blohme standen in der Start-Sieben – man könnte meinen, der diesjährige Kader ist noch stärker als in der Vorsaison.

Die Führung aber holte sich der Heim-VfL 3:1 (5.). Es war ein Spiel auf Augenhöhe, dominiert von zwei starken Abwehrreihen. Von den Lübeckern kennt man das ja bereits seit vielen Jahren – beim VfL Gummersbach war die Handschrift von Torge Greve gut zu erkennen. Trainer Piotr Przybecki zu seinem Defensiv-Konzept: „Die Abwehr war so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Wir haben alles gezeigt, was wichtig ist, Herz, Leidenschaft, Kampf. Das war richtig gut und zwar von der ersten Minute an. So haben wir uns die Führung erarbeitet. Gerade defensiv war das eine tolle Mannschaftsleistung. Und das meine ich so. Klocki (Dennis Klockmann) hat zwar überragend gehalten, aber er hatte eine tolle Unterstützung von Waschi (Martin Waschul), Fynn Ranke oder Markus Hansen. Ich bin sehr zufrieden.“

Ebenfalls gut in die Partie kam Jasper Bruhn, der auf Halbrechts den angeschlagenen Nikola Potic würdig vertrat und mit zwei Toren in der Anfangsviertelstunde maßgeblich zur 7:3-Führung beitrug. Auf der anderen Seite zeigte Mex Raguse (10 Tore), dass er in bestechender Form ist. Trotz harter Gangart der Gummersbacher Abwehr, konnte er sich immer wieder in Szene setzen und die Oberbergischen vor unlösbare Aufgaben stellen.

Ende der ersten Halbzeit schlich sich aber etwas Unkonzentriertheit ein. Pässe an den Kreis kamen nicht an, Bälle wurden scheinbar leichtfertig vertändelt und Gummersbach kam auf 7:8 ran (25.). In dieser Phase war es vor allem Dennis Klockmann (44% gehaltene Bälle), der mit seinen Paraden dazu beitrug, dass die Seiten mit einem 11:9 Vorsprung gewechselt werden konnten.

Die zweite Hälfte begann wieder mit einem konzentrierteren Heim-VfL. Mit seinem dritten Treffer in Folge erhöhte Mex Raguse auf 15:10 und nötigte Torge Greve zur zweiten Auszeit (37.). Gummersbach stellt die Abwehr auf 5:1 um und versuchte insbesondere über den starken Kreis (Becker, Kontrec) zu einfachen Toren zu kommen. Die Kräfte der Schwartauer schienen in dieser Phase etwas nachzulassen und die Breite des Kaders sprach eindeutig für die Oberbergischen. Aber gerade jetzt machte sich die strapaziöse Vorbereitung bezahlt. Die Schwartauer kämpften sich zurück in die Erfolgsspur, hatten mit Markus Hansen einen klugen und torgefährlichen Regisseur und fanden immer wieder die besseren Lösungen im Angriff. In der 58. Minute war beim 23:18 die Vorentscheidung gefallen und der zweite Endspielteilnehmer gefunden. Am Ende stand ein hart umkämpfter, aber letztlich verdienter 25:20 Erfolg der Lübecker.

Wer sich jetzt ärgert, die beiden Halbfinalspiel verpasst zu haben, kann immerhin noch beim Finale dabei sein: Es gibt an der Abendkasse noch 125 Tickets (Rückläufer) für 15,- €, die ab 15.30 Uhr an der Abendkasse erworben werden können. Also, seid dabei, wenn es heißt: VfL Lübeck-Schwartau gegen die SG Flensburg-Handewitt!

2019-08-18T10:20:33+00:00Samstag, 17. August 2019|