Ein Kracher zum Auftakt der Vorbereitung

Der VfL Lübeck-Schwartau begrüßt im ersten Heimspiel unter dem neuen Trainer Piotr Przybecki den aktuellen DHB- und EHF-Pokal-Champion, den THW Kiel!

So lässt sich die pflichtspielfreie Zeit für VfL-Fans überbrücken: Am kommenden Mittwoch (Anwurf 19.00 Uhr) gastiert mit dem THW Kiel eine (wenn nicht die) Top-Mannschaft der kommenden Bundesliga-Saison in der Hansehalle. Einiges spricht beim THW, der in der letzten Saison nur knapp gegenüber der SG Flensburg-Handewitt den Kürzeren gezogen hat, für eine erneut sehr erfolgreiche Spielzeit. Das gewichtigste Argument dafür scheint der eingespielte Kader zu sein, der, gespickt mit nationalen und internationalen Stars wie Niklas Landin, Domagoj Duvnjak oder Patrick Wiencek, nur punktuell verändert wurde. Den Abgängen von Andreas Wolf (Kielce), Marco Vujin (unbekannt) und Sebastian Firnhaber (Erlangen) stehen vorerst zwei Neuzugänge gegenüber (Dario Quenstedt kommt aus Magdeburg, Pavel Horak aus Brest). Darüber hinaus haben die Kieler nach dem Abgang der Trainer-Legende Alfred Gislason einen wahrscheinlich perfekten Nachfolger verpflichtet: Filip Jicha kann getrost als Bindeglied zwischen erfolgreicher Vergangenheit und Zukunft gesehen werden, war er doch als Spieler und zuletzt als Co-Trainer für viele Titelgewinne mitverantwortlich. Und zu guter Letzt: ein Freundschaftsspiel vor der Saison gegen den VfL Lübeck-Schwartau kann getrost als gutes Omen gedeutet werden. Letztes Jahr waren die Flensburger zu Gast beim VfL und wurden am Ende Deutscher Meister …

Möglich machen dieses Spiel der VfL-Partner PROVINZIAL und der Beiratsvorsitzende des VfL Lübeck-Schwartau, Thomas Bargemann, Inhaber der Lübecker PROVINZIAL Agentur. „Eine tolle Geschichte“, freut sich Bargemann. „Die PROVINZIAL ist seit gut 40 Jahren Sponsor des THW Kiel.“  Über 2.000 Zuschauer werden das Spiel gegen das deutsche Rekordteam (20 x Deutscher Meister, 11 x DHB-Pokal-Sieger, 4 x EHF-Pokal-Sieger, 3 x Championsleague-Sieger) in der Hansehalle verfolgen. Zwei Euro pro verkaufte Karte sind dabei für einen sozialen Zweck vorgesehen. Der Verein „Provinzialer helfen“ wird die Spendensumme noch aufstocken. „Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innen- und Außendienst unterstützen regelmäßig soziale Initiativen im Norden. Allein im vergangenen Jahr kamen so rund 40.000 Euro zusammen. Diese gute Tradition wollen wir auch beim Gastspiel des THW Kiel pflegen“, so Bargemann. Auch für die Mannschaft des Schwartauer Neu-Trainers und ehemaligen THW-Spielers Piotr Przybecki ist die Partie ein echtes Vorbereitungs-Highlight. Dazu der VfL-Coach: „Dieses Spiel ist für mich und meine Mannschaft ein toller Prüfstein, wenn es auch sehr früh in der Vorbereitung kommt. Aber jeder, der Handball spielt, freut sich auf so ein Duell. Darüber hinaus freut es mich auch für unsere Fans, dass wir ihnen einen so starken Gegner präsentieren können. Die Kartennachfrage zeigt, dass die Leute schon wieder Lust auf den VfL haben.“ Und auf seine eigene Vergangenheit in Kiel (2001 – 2004) angesprochen erzählt Przybecki: „Ich habe nach meiner Zeit beim THW ja schon einige Male auf der gegnerischen Seite gestanden. Es war für mich immer etwas Besonderes. So wird es auch dieses Mal wieder sein.“

VfL präsentiert einige neue Gesichter

Auch beim VfL hat es einige moderate Veränderungen gegeben, auf die sich die Fans in der neuen Saison aber umso mehr freuen dürfen. Neben dem neuen Trainer Piotr Przybecki wird mit Mathias Deppisch ein neuer Co-Trainer an der Seitenlinie stehen. Deppisch verfügt nicht nur über einiges an Zweitligaerfahrung (als Spieler), sondern ist auch dreifacher Polizei-Europameister und A-Lizenz-Inhaber. Auf dem Feld sollen Nicola Potic (Zagreb), Mex Raguse (Hamm) und Fynn Gonschor (Gummersbach) vor allem die Lücken schließen, die Basti Damm (Bergischer HC), Antonio Metzner (HC Erlangen), Toni Podpolinski (Karriereende) und Jonas Ottsen (HC Empor Rostock) hinterlassen haben. Sie alle sollen dabei helfen, auch in der kommenden Saison wieder oben mitzuspielen.

Aber vor einer (hoffentlich erneut) erfolgreichen Saison steht erst einmal die Vorbereitung und das Spiel gegen den THW. „Wir arbeiten bereits seit dem 15.07. ganz intensiv zusammen, trainieren zweimal täglich an sechs Tagen in der Woche“, verrät Piotr Przybecki. „Wir versuchen dabei, das Training abwechslungsreich zu gestalten, trainieren morgens Kraft und Ausdauer und arbeiten abends mit dem Ball. Das ist zwar recht hart, aber bis zum Pokal Mitte August ist auch nicht mehr so viel Zeit. Die Jungs ziehen bislang alle hervorragend mit!“ Gerade wegen der hohen Belastung und dem frühen Zeitpunkt in der Vorbereitung, hat der VfL-Coach auch noch keine übertrieben hohe Erwartungshaltung für das Kiel-Spiel: „Ich möchte, dass wir kompakt in der Abwehr stehen und dann schnell nach vorne spielen, eine gute erste und zweite Wellen fahren. Das wird gegen Kiel nicht gerade leicht. Außerdem wollen wir das Spiel nutzen, um die Neuen zu integrieren und einiges auszuprobieren. Am Ende sind diese Punkte wichtiger als das Ergebnis. Wenn uns das gelingt und meine Mannschaft das Spiel am Ende auch noch genießen kann, dann bin ich mit dem Start in die neue Saison richtig zufrieden.“

2019-07-23T12:51:13+00:00Montag, 22. Juli 2019|