Erster Aufsteiger gibt seine Visitenkarte in Lübeck ab

Mit dem TSV Bayer Dormagen erwartet der VfL Lübeck-Schwartau nicht nur erstmals in dieser Saison einen Aufsteiger in seiner Hansehalle, sondern auch einen Werksverein mit großer Tradition.

Alexander Bommes begrüßt Nikolaj Jacobsen, Kentin Mahé, Viktor Szilágyi und Andreas „Hexer“ Thiel – das klingt wie eine erstklassige Talkshow mit internationalen Handballgrößen und verspricht spannende Unterhaltung. Tatsächlich aber handelt es sich bei den Genannten um ehemalige Profis, die für Bayer Dormagen auf Torejagd gegangen sind. Zugegeben: das liegt schon etwas zurück.

Der heutige Kader der Gäste verfügt (noch?) nicht über so klangvolle Namen. Das soll aber nicht über die vorhandene Qualität hinwegtäuschen. Insbesondere im Angriff haben die Rheinländer schon so manche Duftmarke hinterlassen: nach acht Spielen und 7:9 Punkten stehen bereits beeindruckende 227 Tore zu Buche – einer der Spitzenwerte der zweiten Liga. Zum Vergleich: der VfL Lübeck-Schwartau erzielte bei 10:6 Punkten 185 Tore. Und auch in der Torjägerliste ist ein Dormagener ganz vorne dabei: mit 61 Treffern teilt sich Tim Wieling den Spitzenplatz mit Aues Eric Meinhardt.

Ein Beleg für die Durchschlagskraft im Angriff lieferte auch das letzte Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Essen: die Dormagener unterlagen nur denkbar knapp mit 34:35!

Stärken der Gäste bleiben dem VfL nicht verborgen

VfL-Trainer Torge Greve und sein Team haben sich gut auf den kommenden Gegner vorbereitet: „Wie vor jedem Spiel haben wir auch in dieser Woche wieder eine intensive Videoanalyse betrieben. Uns erwartet eine gut ausgebildete Mannschaft, die einen dynamischen Handball spielt. Die Mischung ist den Verantwortlichen gut gelungen. Neben jungen, hungrigen Spielern verfügt der TSV auch über etliche erfahrene Akteure.“ Und auch wenn der Weg für Dormagen in die erste Bundesliga noch etwas weit erscheint, ein Spieler hat bereits mindestens einen Fuß in der Tür zur Belle Etage des Deutschen Handballs: „Lukas Stutzke hat in dieser Saison ein Zweitspielrecht für den Bergischen HC. Er wird mit Sicherheit seinen Weg in die Bundesliga finden“, ist sich Torge Greve sicher.

Insgesamt blickt der VfL Lübeck-Schwartau auf eine positive Bilanz gegen Bayer Dormagen: Vier Siegen stehen zwei Niederlagen gegenüber. An das letzte Liga-Heimspiel werden sich die Lübecker allerdings nicht gerne erinnern – das war in der Saison 2015/16, Dormagen gewann mit 24:22 in der Hansehölle. Trotzdem stand für den TSV am Ende der Spielzeit der Abstieg in die dritte Liga. Das soll sich nach dem Geschmack von Handball-Geschäftsführer Björn Barthel so schnell nicht wiederholen. Sein Ziel lautet Klassenerhalt. Und wenn das gelingt, will sich der Verein wieder dauerhaft in der zweiten Liga etablieren.

Duell verspricht Spannung

Andere Ziele hat der VfL Lübeck-Schwartau. Kurzfristig will die Mannschaft die Niederlagen in Lübbecke und Nordhorn vergessen machen und mittelfristig wieder Tuchfühlung zur Spitzengruppe der 2. Bundesliga aufnehmen. „Gegen Lübbecke haben wir sicherlich kein gutes Spiel gemacht, aber mit dem Aue-Spiel war ich sehr zufrieden“, so Greve. „Und auch gegen Nordhorn habe ich 50 starke Minuten meiner Mannschaft gesehen. Am Ende haben uns etwas die Körner gefehlt, um etwas Zählbares mitzunehmen. Allerdings dürfen wir nicht vergessen: um in Nordhorn Punkte zu holen, müssen sich fast alle Gegner ordentlich strecken.“

Die fehlenden Kraftreserven gegen Nordhorn waren sicherlich auch das Ergebnis der Belastung aus den vorherigen drei Spielen. „Eine „Englische Woche“ ist schon recht hart. Aber das gilt für alle Mannschaften. Wir haben versucht, der hohen körperlichen Beanspruchung durch eine entsprechende Trainingssteuerung gerecht zu werden. Mental haben wir die letzten Spiele gut aufgearbeitet und gehen voller Selbstvertrauen in das kommende Heimspiel. Es gilt, unsere gute Heimbilanz zu verteidigen“, resümiert Greve. Dabei soll eine volle Halle wieder das Zünglein an der Waage sein, wenn nötig.

Spendenaktion für Anna Lina

Neben dem hoffentlich spannenden Handballspiel wird es am kommenden Wochenende einen weiteren, sehr guten Grund geben, in die Hansehalle zu kommen. An dem Schicksal der kleinen an Krebs erkrankten Anna Lina und ihrer Familie nehmen mittlerweile viele Menschen aus der Region Anteil und versuchen zu helfen – so auch der VfL Lübeck-Schwartau. Geschäftsführer Michael Friedrichs: „Eine Selbstverständlichkeit für uns und eine Herzensangelegenheit. Wir wollen Anna Lina und ihrer Familie helfen und bitten alle Fans des VfL, uns dabei zu unterstützen.“ Im Foyer der Halle wird eine Spendenbox aufgestellt und der Verein zur Förderung des Jugendhandballs im VfL Bad Schwartau von 1995 e.V. stellt seine „Dein Becherpfand für die Jugend“-Initiative ebenfalls für die Aktion zur Verfügung. Die am Samstag entstehenden Erlöse fließen direkt an die Familie von Anna Lina. Zusätzlich spendet der VfL pro erzieltem Tor fünf Euro – die Mannschaft des VfL wird also mit einer Extra-Portion an Motivation in das fünfte Heimspiel der Saison gehen!

Wer am Samstag nicht vor Ort sein kann, sich jedoch trotzdem an der Spendenaktion beteiligen möchte, findet alle Information hier auf der Website des Fördervereins „Unterstützung schwersterkrankter und behinderter Kinder“ e.V. im Kreis Herzogtum Lauenburg.

 

2018-10-12T13:39:29+00:00Freitag, 12. Oktober 2018|