Gegnerportrait: Wilhelmshavener HV

Bruderduell in der Hansehölle! Beim Gastspiel des Wilhelmshavener HV an der Ostsee trifft Steffen Köhler auf seinen Bruder Janik, der mit seinem Team mitten im knallharten Abstiegskampf steckt. Wir stellen euch den kommenden Gegner vor.

Seit Steffen Köhler im Sommer 2017 den Weg zum VfL Lübeck-Schwartau fand, sind die Duelle mit dem Wilhelmshavener HV mit einer besonderen Zutat gewürzt – dem Duell der Zwillingsbrüder Steffen und Janik, die zuvor lange Jahre gemeinsam für den WHV auf der Platte standen.

Während Steffen sich in seinem ersten Jahr mit dem VfL auf Platz 3 in der Spitzengruppe der 2. Handball-Bundesliga wiederfand, hielt Janik erst im Endspurt der vergangenen Saison die Klasse und wurde mit dem WHV Tabellensechzehnter.

Auswärtsfluch hielt auch an der Nordsee

Unterschiedlicher hätten die Vorzeichen für die aktuelle Spielzeit also kaum sein können. Nichtsdestotrotz behielt der Wilhelmshavener HV im Hinspiel mit 27:23 die Nase vorn. Das Auswärtsspiel am Jadebusen war Teil einer Serie von Auswärtsniederlagen, die die Hinrunde des VfL prägte.

Wie schon in vergangenen Duellen war es im Hinspiel vor allem Tobias Schwolow, den der VfL nicht in den Griff bekam und der mit 8 Treffern gefährlichster Schütze im Hinspiel war.

Schwolow & Drechsler – Die Lebensversicherung

Der 28-Jährige Rückraumlinke Schwolow gehört schon seit Jahren zu den treffsichersten Spielern der Liga. Seit 2015 erzielte er in 5 Spielzeiten bereits über 800 Treffer für den WHV – alleine 174 davon in dieser Saison. Im Rückraum der Friesen harmoniert Schwolow besonders mit René Drechsler, der im Rechten Rückraum zu Hause ist. Drechsler, mit 140 Treffern kaum ungefährlicher als Schwolow, komplettierte eine der gefährlichsten Rückraum-Zangen der Liga.

Es gibt wohl kaum eine Mannschaft, die so auf zwei einzelne Spieler angewiesen ist, wie der WHV. Etwas weniger als die Hälfte aller Wilhelmshavener Tore gehen auf das Konto der beiden Shooter. Der drittbeste Schütze Rutger Ten Velde (LA) folgt erst mit 90 Treffern, von denen ein Großteil 7-Meter waren.

Mitten im härtesten Abstiegskampf aller Zeiten

Ohne Drechsler und Schwolow wäre der Klassenheralt im aufgrund der fünf Absteiger härtesten Abstiegskampf, den die 2. Liga je gesehen hat, aktuell wohl ein gutes Stück weiter entfernt. Zwei Punkte trennen den WHV auf Rang 16 aktuell vom rettenden Ufer. Gerade die mit 899 Gegentreffern zweitschwächste Defensive der Liga macht die Arbeit der über weite Strecken überzeugenden Offensive immer wieder zunichte.

Neben den direkten Duellen mit Dresden und Dessau wartet auf die Niedersachsen mit Gegner wie Hamm, Rimpar oder Nordhorn noch einige schwere Aufgaben. Ob es also nach der Verlängerung von Steffen Köhler auch im kommenden Jahr zum Bruderduell kommt und der WHV dem Abstieg erneut von der Schippe springen kann, wird sich wieder erst im Endspurt herausstellen.

Direkter Vergleich

VfL Lübeck-Schwartau Wilhelmshavener HV
Tabellenplatz 6 16
Torverhältnis 745:712 828:899
Bester Werfer Antonio Metzner – 136 Tore Tobias Schwolow – 174 Tore
Bilanz 2 Siege, 2 Remis, 3 Niederlagen 3 Siege, 2 Remis, 2 Niederlagen
Letztes Duell 23 27
Tabellenplatz 17/18 3 16
2019-04-23T10:40:56+00:00Dienstag, 23. April 2019|