Interview mit Viktor Szilagyi

Seit Januar ist Viktor Szilagyi der sportliche Leiter des THW Kiel, wo er schon von 2005 bis 2008 als Spieler aktiv war. Zuvor leitete er die Geschicke des Bergischen HC, der am Sonntag in der Hansehalle beim VfL Lübeck-Schwartau zu Gast war. Szilagyi ließ sich dieses Spiel seines alten Vereins nicht entgehen und traf sich im Rahmen der Begegnung auch mit uns zum Interview, um über die Erfolge des THW, den Zweitligameister BHC, und auch über die Entwicklung des VfL Lübeck-Schwartau zu sprechen.

Herr Szilagyi, derzeit sind Sie sportlicher Leiter beim THW Kiel, die aktuelle Mannschaft des BHC haben Sie aber aufgebaut. Sind Sie stolz, dass die Mannschaft so durch die 2. Bundesliga marschiert ist?

 Viktor Szilagyi: Ja, sehr stolz sogar. Da sind immer noch Spieler auf der Platte, mit denen ich teilweise noch jahrelang zusammen gespielt habe, und einige Leute, die ich für dieses Projekt BHC begeistern konnte. Deshalb habe ich die Mannschaft natürlich mit mehr als nur einem Auge verfolgt und war auch mit Sebastian Hinze (Trainer Bergischer HC) fast im täglichen Austausch. Aus diesem Grund macht mich diese Souveränität schon stolz. Auch nachdem der Aufstieg schon geschafft war, blieb der Fokus immer auf die restlichen Spiele gerichtet. Die Bereitschaft zum Arbeiten ist bis heute geblieben. Das ist schon beeindruckend.

Beim THW Kiel ist die Lage derzeit etwas schwieriger, der Rekordmeister hat zu kämpfen. Die Konkurrenz hat aufgeholt. Was muss passieren, damit der THW zu alter Stärke zurückfindet?

Viktor Szilagyi: Es wird viel passieren müssen, vor allem müssen wir diese Saison, wenn sie vorbei ist, dann auch endlich mal abhaken. Wir werden das ganz genau analysieren. Wir wollen die positiven und negativen Erfahrungen mitnehmen und daraus lernen. Ich glaube, man kann die Saison des THW und des VfL Lübeck-Schwartau sogar ganz gut miteinander vergleichen. Sicherlich hat die Konstanz gefehlt, das macht den Unterschied dann am Ende eben aus. Die Top-Mannschaften, die diese Konstanz haben, stehen dann ganz oben und die anderen etwas weiter hinten. Es ist natürlich ganz klar das Ziel des THW, bald wieder ganz oben in der Tabelle zu stehen und in den nationalen Wettbewerben wieder Titel zu holen. Dafür werden wir alles geben.

Beobachten Sie von Kiel aus auch den VfL Lübeck-Schwartau? Was muss Ihrer Meinung nach passieren, um die dritte Kraft in Schleswig-Holstein zu werden und vielleicht auch mal Erstliga-Luft zu schnuppern?

 Viktor Szilagyi: Natürlich verfolgt man das. Wenn man jahrelang mit dem Handball zu tun hatte, dann ist der VfL Lübeck-Schwartau natürlich ein großer Begriff, mit viel Tradition. In der Halle herrscht immer eine großartige Atmosphäre, man merkt, dass die Leute mit dem Herzen dabei sind, der ganze Verein wird mit Herz geführt. Das sieht man auch der Mannschaft an, es gab die ganze Saison über eine riesige Bereitschaft. Wir alle hoffen auf drei Erstligavereine in Schleswig-Holstein, das wäre natürlich fantastisch. Trotzdem sollte man diese Entwicklung Schritt für Schritt weitergehen, dann ist es viel nachhaltiger. Ich persönlich und auch im Namen des THW Kiel wünsche ich dem VfL alles Gute. Ich bin mir auch sicher, dass wir uns das eine oder andere Mal wiedersehen werden. Es wird bestimmt mal ein Freundschaftsspiel geben und dann hoffentlich auch in naher Zukunft ein Wettbewerbsspiel.

 

2018-05-15T13:19:10+00:00Dienstag, 15. Mai 2018|