Nach der Kür kommt die Pflicht

VfL Lübeck-Schwartau nach dem Pokalfight gegen die SG Flensburg-Handewitt zum Liga-Auftakt beim Aufsteiger der HSG Krefeld gefragt

„Wir waren im Sonntagsspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt ziemlich ausgepowert. Im tollen Spiel gegen Gummersbach haben wir ganz schön Kraft gelassen. Aber das Pokalwochenende war für meine Mannschaft und mich ein ganz positives Erlebnis.“ Stand also in der Woche vor dem Ligastart Regeneration auf dem Trainingsplan?

Coach Przybecki: „Am Montag haben wir leichtes Krafttraining eingeschoben und danach etwas für die Regeneration getan. Ich möchte das mal aktive Erholung nennen. Ab Dienstag haben wir aber den normalen Trainingsrhythmus wieder aufgenommen und uns hochkonzentriert auf Krefeld vorbereitet.“

Krefeld: Eine Mannschaft, die vielleicht noch etwas unbekannter ist. Geht es nach den Verantwortlichen der HSG, sollte sich dies aber bald ändern. Der Meister der 3. Liga West hat nach mehreren Anläufen in der abgelaufenen Spielzeit souverän den Meistertitel geholt. Lediglich vier Niederlagen mussten die Niederrheiner hinnehmen und stellten dabei den torhungrigsten Angriff und die besten Defensive. Wenn das keine gute Visitenkarte für die erste Zweitligasaison der Vereinsgeschichte ist.

Zumindest wird der neue Trainer bei seiner Mannschaft kein mangelndes Selbstvertrauen zu beklagen haben. Seit dieser Saison steht der Isländer Arnar Gunnarsson auf der Kommandobrücke. Er übernahm das Amt von Aufstiegscoach Ronny Rogawska. Das Motto von Gunnarsson ist klar: Mit Leidenschaft, Kreativität und Kampfgeist soll schnellstmöglich der Klassenerhalt gesichert werden. Personell wurden bereits die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt. International erfahrene Neuzugänge (Norman Toth / Frankreich, Toni Sario / Spanien, Josip Cutura / Bosnien und Herzegowina) komplettieren den Aufstiegskader. Mit den drei Neuen stehen übrigens erstmalig drei Profis bei den „Eagles“ unter Vertrag.

Przybecki über den kommenden Gegner: „Krefeld ist eine Mannschaft, die hohes Tempo gehen kann. Sie sind schnell auf den Beinen und haben einen starken Zug zum Tor. Dazu spielen sie flexibel in der Abwehr. Die Euphorie des Aufstiegs ist noch spürbar. Und auch wenn das Ergebnis im DHB-Pokal gegen die Füchse aus Berlin deutlich erscheint (22:35), die Nordrhein-Westfalen haben nicht enttäuscht.“

Gut, dass es endlich losgeht

Finn Kretschmer sprach wohl für die gesamte Mannschaft, als er nach dem Pokalspiel gegen Flensburg resümierte: „Das war eine anstrengende Vorbereitung. Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgeht.“ Die Testspielphase, zu der vielleicht auch noch die beiden Partien im DHB-Pokal gehörten (Trainer Przybecki: Eigentlich stecken wir noch mitten in der Vorbereitung) ist abgeschlossen. Bis auf die Niederlage gegen Wilhelmshaven sind eigentlich alle Spiele genau so gelaufen, wie es zu erwarten war. Entweder war der VfL siegreich, oder er verlor gegen internationale Spitzenteams (Flensburg, Kiel). Wenn es einen Wermutstropfen gibt, dann ist das wahrscheinlich die Situation der Verletzten (Schult, Glabisch) oder der noch nicht vollständig genesenen Rekonvaleszenten (Potic, Genda). Aber, und das ist die gute Seite dieser Medaille, der VfL hat trotz allem hervorragende Ergebnisse abgeliefert und verkraftete auch zusätzlich noch den zeitweisen Ausfall von Steffen Köhler und Fynn Ranke. Der Kader ist in der Breite also durchaus in der Lage, den Ausfall von Top-Kräften zu verdauen.

Wie ist denn jetzt die Form vor dem ersten Saisonspiel? Przybecki: „Wir haben in der Vorbereitung eine gute Abwehr gestellt und dahinter mit zwei hervorragenden Torhütern agiert. Das soll auch gegen Krefeld die Basis unseres Spiels sein.“ Ob die Verletzten aber schon wieder voll einsetzbar sind, ist noch weitestgehend offen. „Genda, Schult und Glabisch haben immer noch Probleme, Krefeld könnte etwas zu früh kommen. Aber wir werden sehen, was unsere medizinische Abteilung noch hinbekommt.“, so der VfL-Trainer. Und weiter: „Egal wer auf der Platte steht, wir wollen unbedingt gewinnen und mit einem Erfolgserlebnis in die Saison starten. Das will Krefeld sicherlich auch, darum werden wir sie auf keinen Fall unterschätzen. Aber wir haben die Qualität, um die ersten zwei Punkte einzufahren.“ Anwurf ist am 24.08., 19.00 Uhr.

2019-08-23T18:21:55+00:00Donnerstag, 22. August 2019|