Niederlage bei Handballfest gegen THW Kiel

Eine starke erste Hälfte reichte nicht – bei tropischen Temperaturen in der ausverkauften Lübecker Hansehalle musste sich der VfL Lübeck-Schwartau dem THW Kiel 17:30 (10:12) geschlagen geben. Präsentiert wurde das Handballfest von der PROVINZIAL.

Neun Tage Vorbereitung hatten die beiden Mannschaften in den Knochen, doch von Müdigkeit war vor allem bei den Lübeckern zunächst nichts zu spüren. Der VfL begann frech, spielte temporeich nach vorne und erkämpfte sich in der Anfangsphase eine Zwei-Tore-Führung gegen den deutschen Rekordmeister. Kretschmer traf nach einem Gegenstoß zum 4:2 (7.). „Wir haben richtig gut begonnen, vor allem in der Abwehr gut gestanden“, sagte Trainer Piotr Przybecki nach dem Spiel. „Wir haben gut gegengehalten und konnten sogar ein paar Dinge ausprobieren“, so der Coach weiter.

Bei über 30 Grad in der Hansehalle sahen die 2176 Zuschauer ein gutes Handballspiel, in dem der Zweitligist weiter vorne blieb. Bruhn, Kretschmer und Ranke scheiterten beim Stand von 4:4 zwar direkt hintereinander am bärenstark parierenden Landin im Kieler Tor, doch Glabsich (14.) und Raguse (17.) brachten die Lübecker wieder in Führung. Steffen Köhlers Treffer zum 8:7 (23.) sollte dann aber der letzte Vorsprung des VfL gegen den DHB- und EHF-Pokalsieger bleiben, das konnte auch der mal wieder glänzend aufgelegte Dennis Klockmann nicht verhindern. Eckberg besorgte das 9:8 (24.) und die erste THW-Führung, Bilyk erhöhte per Doppelschlag auf 11:8 für die Kieler (25.). Doch bis zur Pause blieben die Gastgeber auf Tuchfühlung – Glabisch verkürzte auf 10:12 (30.) Unter dem verdienten Beifall der Zuschauer ging es in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel waren es die Kieler, die besser im Spiel waren, die in der Abwehr sicher standen – und ihren Vorsprung ausbauen konnten. Besonders Nationalspieler Hendrik Pekeler war zu Beginn der zweiten Hälfte von der VfL-Defensive nicht mehr in den Griff zu bekommen, Kiels Kreisläufer besorgte das 17:11 (37.), Wiencek erhöhte auf 18:11 (40.). „Da haben wir komplett den Spielfluss verloren“, ärgerte sich Przybecki. „Und dann ist der THW schnell davongezogen.“

Trotz des Sieben-Tore-Rückstands blieben die Schwartauer aber dran, zeigten weiterhin, dass sie mithalten können. Neuzugang Mex Raguse verkürzte auf 22:16 (48.), im Gegenzug stellte Bilyk den Abstand wieder her – die Handballfans in der Hansehalle kamen auf ihre Kosten.

Die Müdigkeit und das Fehlen von Jan Schult, Pawel Genda und Neuzugang Nikola Potic machten sich in der Schlussphase dann aber doch bemerkbar. Die Kieler kamen aus einer stabilen Deckung heraus immer wieder zu Gegenstößen und einfachen Toren – die Klasse eines Rekordmeisters eben. „Am Ende ist das Ergebnis vielleicht etwas zu hoch ausgefallen“, so Przybecki. „Das ist aber nicht so wichtig, insgesamt können wir mit unserer Leistung zufrieden sein.“

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz (4 Paraden), Klockmann (5/1 Paraden); Glabisch (4/2), Gonschor, Raguse (3), Hansen, Ranke (1), Waschul, Köhler (1), Schrader (1), Kretchmer (2), Claasen, Runarsson (1), Möller (2), Bruhn (2); Trainer: Przybecki

THW Kiel: N. Landin (1.-30., 10 Paraden), Quenstedt (31.-60., 7/1 Paraden); Reinkind (3), M. Landin (4), Weinhold (2), Wiencek (2), Ekberg (2), Rahmel (4/1), Dahmke (2), Zarabec (1), Horak (1), Bilyk (4), Pekeler (5), Nilsson; Trainer: Jicha

 

2019-07-24T22:19:58+00:00Mittwoch, 24. Juli 2019|