Ohne sechs, ohne Live-Bilder, ohne Punkte

VfL Lübeck-Schwartau verliert gegen den TSV Bayer Dormagen mit 31:23

Die Aufgabe für den VfL Lübeck-Schwartau wäre auch unter normalen Bedingungen schwer genug gewesen. Der TSV Bayer Dormagen hat zuletzt brilliert, Emsdetten (35:31) und Essen (39:33) jeweils mit einer überragenden Offensive bezwungen. Da hätte es den Lübeckern gutgetan, in voller Mannschaftsstärke aufzulaufen. Bedauerlicher Weise musste das Trainergespann Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt neben Dadi Runarsson, Pawel Genda, Tim Claasen, Basti Damm kurzfristig auch noch auf Abwehrspezialist Martin Waschul und Toni Podpolinski verzichten.

Jörg Engelhardt zum Kader: „Jeder, der heute nicht dabei sein konnte, hätte uns sicherlich geholfen, aber das lassen wir als Ausrede nicht zu. Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir auch so stark genug sind, um in Dormagen zu bestehen, und diese Einschätzung ändert auch die deutliche Niederlage nicht.“

Die erste Halbzeit begann allerdings anders als geplant. Dormagen war hoch motiviert und durchschlagskräftig, führte schnell 3:0. Schlecht für den VfL! Ebenfalls schlecht war, dass der Live-Stream von Sportdeutschland.tv nicht zur Verfügung stand. So konnten die VfL-Fans, die nicht mit nach Dormagen gefahren sind, den Spielverlauf nur per Live-Ticker verfolgen. Besonders bedauerlich: knapp 40 Schwartauer versammelten sich zum gemeinsamen Mitfiebern im Relax, der Sportsbar der Jahn-Halle, und sahen … nichts. Wer weiß allerdings, ob ihnen bewegte Bilder besser gefallen hätten?

Denn: erst in der fünften Minute konnte Antonio Metzner auf 3:1 verkürzen. Als Dennis Klockmann etwas später zweimal parierte und Antonio Metzner zum 7:6 Anschluss traf, kam Hoffnung auf, dass der VfL endlich im Spiel angekommen war. Aber zum einen währte diese nur kurz, zum anderen blieb der enge Rückstand eine absolute Ausnahme. Dormagen fand auf alle Schwartauer Maßnahmen eine Antwort– in diesem Fall einen 4:0-Lauf (11:6, 20.). Der herausgespielte Fünf-Tore-Vorsprung sollte bis zum Seitenwechsel Bestand haben (16:11). Eine Halbzeit, die in vielerlei Hinsicht hätte besser laufen sollen.

Kein anderes Bild in Halbzeit zwei – aber immerhin bewegte Bilder …

Die sechs Siege in den vergangenen Spielen hätte Selbstvertrauen geben sollen, aber davon war nicht viel zu spüren. Der VfL konnte an diesem 28. Spieltag dem Angriffsdruck der Dormagener nicht widerstehen. Die Gastgeber trafen im Minutentakt und die Lübecker waren nicht in der Lage, ihre sonst so starke Abwehr zu stabilisieren. Randnotiz: Erst beim Stand von 23:15, also als eigentlich schon keiner mehr etwas sehen wollte, stand die Übertragung von Sportdeutschland.tv …

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Der VfL Lübeck-Schwartau konnte zu keiner Zeit des Spiels ausgleichen, war unter dem Strich chancenlos gegen den Aufsteiger. Vorne zu viele Fehler, hinten nicht kompakt – so lässt sich das Spiel wahrscheinlich am schnellsten zusammenfassen. Der weitere Spielfilm: 25:16, 26:19, 29:21, 31:23, Ende.

Trainer Gerrit Claasen zum Spiel: „Das Ergebnis ist sehr ernüchternd. Wir haben es nicht geschafft, unsere sonst so zuverlässige Abwehr zu einem Bollwerk werden zu lassen. Wir wollten das starke 1:1-Spiel der Dormagener unterbinden, aber das ist uns zu selten gelungen. Und auch über den Kreis haben wir zu viele Gegentore bekommen. Das ist schon sehr frustrierend, denn wir haben uns so viel vorgenommen. Aber so ist der Sport. Wichtig ist jetzt, dass wir aus unseren Fehlern lernen und dass wir uns im nächsten Spiel besser präsentieren.

Die Torschützen des VfL: Thees Glabisch (4), Jonas Ottsen (4), Markus Hansen (3), Steffen Köhler (2), Finn Kretschmer (3), Jasper Bruhn (3), Antonio Metzner (3)

2019-03-31T08:37:38+00:00Sonntag, 31. März 2019|