Pflichtaufgabe erfüllt – aber Kretschmer verletzt

Der VfL Lübeck-Schwartau besiegt den HC Rhein Vikings 33:27. Aber trotz des Sieges und der Karnevalszeit kein Grund zu einem „Helau“. Verletzung von Finn Kretschmer drückt die Stimmung.

Aber zuerst zum Spiel, dem in der 3.300 fassenden Arena in Düsseldorf lediglich 352 Zuschauer beiwohnen wollten (frei nach der bekanntesten Punk-Band der Stadt: Tote Hose(n)). Bereits vor dem Anpfiff prognostizierte VfL-Trainer Torge Greve: „Die Rhein Vikings haben trotz der Unruhe im Verein und der vielen Abgänge eine gute Erste-Sieben. Sie haben auch bei deutlichen Niederlagen die Spiele bis zur 40. Minute offen gestalten können.“ Eine sehr treffsichere Beschreibung des Aufeinandertreffens des Tabellenletzten (Vikings) und des Achten (VfL).

Die Schwartauer taten sich von Beginn an schwer gegen die offensive 3:3 Deckung der Düsseldorfer, legten aber trotzdem ein 0:2 vor (4.). Aber die Vikings ließen sich nicht abschütteln, waren bei 6:6 (12.) nicht nur wieder gleichauf, sondern gingen in der 15. Minute auch erstmalig in Führung (8:7). Erst ein 4:0-Lauf der Lübecker rückte das Bild aus Sicht des Greve-Teams wieder gerade (8:11, 21.).

Aufregung dann noch einmal kurz vor der Halbzeit. Erst kamen die Vikings wieder auf 13:14 heran, dann führte ein schnell ausgeführter Freiwurf von Toni Podpolinski zu einer Kuriosität. Ein Düsseldorfer Abwehrspieler stellte sich dem Torwurf von Podde in den Weg, der daraufhin die Rote Karte erhielt. Hier Absicht zu unterstellen, erfordert schon einiges an Fantasie …

Zweite Halbzeit routiniert heruntergespielt

Die zweite Halbzeit musste der VfL also in Unterzahl beginnen. Das war aber nicht zu sehen. Marino Mallwitz hütete jetzt das Tor des VfL und konnte sofort überzeugen: Parade Mallwitz, Tor Metzner, Parade Mallwitz, Tor Kretschmer – Schwartau zog auf drei Tore davon.

Auch die Abwehr steigerte sich im Laufe der zweiten 30 Minuten – Düsseldorfer Ballverluste im Angriff waren die Folge. Der Vorsprung der Ostholsteiner wuchs so über 17:21 (Doppelschlag Martin Waschul) bis auf einen Sechs-Tore-Vorsprung in der 49. Minute (21:27). Er hätte sogar noch deutlich höher ausfallen können, wenn die Konsequenz im Abschluss etwas größer gewesen wäre, aber freie Würfe und Tempogegenstöße endeten zu häufig neben dem Tor oder in der Armen der Düsseldorfer Torhüter.

Einen guten Beleg dafür liefert der Top-Torschütze der Schwartauer: Thees Glabisch versenkt zwar sieben Mal den Ball im Netz, brauchte dafür aber 13 Versuche. Am Ende aber spielte das sportlich keine Rolle: mit 27:33 endete die Partie und auf der Rückfahrt nach Schwartau hätte doch noch etwas karnevaltaugliche Stimmung entstehen können. Wenn, ja wenn da nicht die 54. Minute gewesen wäre: ein Düsseldorfer Angreifer rutschte in dieser in Fynn Kretschmer, der verletzt liegen blieb und nicht ohne fremde Hilfe das Feld verlassen konnte. Hoffentlich ist nichts Schlimmeres passiert, einen weiteren verletzten Leistungsträger kann der VfL sicherlich nicht gebrauchen!

2019-03-04T10:53:51+00:00Freitag, 1. März 2019|