Der VfL Lübeck-Schwartau und der HSV Hamburg trennen sich nach turbulenten 60 Minuten mit einem 28:28 (14:15)-Unentschieden. Die Lübecker zeigten eine bärenstarke Leistung und sahen kurz vor dem Ende schon wie der verdiente Sieger aus, verspielten in den letzten vier Minuten aber einen Vier-Tore-Vorsprung.

„Vollgas“ hatte VfL-Trainer Piotr Przybecki von seiner Mannschaft gefordert – und sein Team präsentierte sich zu Beginn in Derby-Form. In einer ausgeglichenen Anfangsphase war es zunächst der VfL, der die Führung übernahm. Erst nach zehn Minuten konnten die Hamburger nach dem Treffer von Bergemann zum 5:4 erstmals die Führung übernehmen.

Doch der VfL war im Spiel, war sowohl mit Tempospiel als auch im Positionsangriff erfolgreich. Erst nach einer Zeitstrafe in Unterzahl agierend, verlor der VfL etwas den Faden und musste einen Drei-Null-Lauf hinnehmen – Schimmelbauer traf zum 10:7 ins leere Tor (20.) und Przybecki nahm die erste Auszeit.

Spannung und Emotionen

Obwohl auch dieses Derby ohne Zuschauer auskommen musste, war es auch dank der Emotionalität auf dem Spielfeld in der kleinen Trainingshalle des HSVH stimmungsvoll. Die Lübecker nutzen jetzt eine Überzahlphase und kämpften sich wieder ran – der starke Lindskog Andersson markierte den 12:12-Ausgleich (27.). Bitter für den VfL: Kurz vor der Pause musste der Schwede verletzt vom Feld, das Spiel war für den Sechs-Tore-Mann vorzeitig beendet. Beim Stand von 15:14 für die Hamburger ging es in die Pause.

Doch auch ohne Lindskog Andersson blieb der VfL torgefährlich und spielstark. Hansen brachte die Lübecker mit einem Unterarmwurf mit 17:16 in Führung (36.). Es war jetzt ein richtiges Derby, Spannung, Emotionen auf beide Seiten und zwei starke Teams auf Augenhöhe. Besonders erfreulich für den VfL: Fynn Ranke feierte sein Comeback und konnte sich direkt mit dem Treffer zum 20:18 in die Torschützenliste eintragen (42.).

Vier-Tore-Vorsprung reicht nicht

Und genau passend zur spannenden Schlussphase lief auch Klockmann im Tor zur Hochform auf, machte jetzt mehrere gute Chancen der Hamburger zu Nichte. Nach einer Balleroberung von Hansen wurde Goschor auf Außen freigespielt und traf zum 26:23 – die erste Drei-Tore-Führung für den VfL (52.).

Der HSVH tat sich jetzt schwer gegen die aggressive Deckung der Gäste und fand auch in der Abwehr kaum Mittel gegen Versteijnen und Co. Fynn Ranke, der in seinem ersten Spiel seit über einem Jahr eine klasse Vorstellung zeigte, erhöhte vom Kreis auf 28:24 (55.). Doch der HSVH kam noch einmal zurück, kam in Überzahl auf zwei Tore ran – Weller traf per Siebenmeter zum 28:26 (58.). Die letzten Minuten hatten es dann noch einmal in sich, der VfL zeigte sich nervös – und kassierte unglückliche Schiedsrichterentscheidungen gegen sich. Die Hamburger erzielten kurz vor dem Ende den glücklichen 28:28-Ausgleich.

VfL-Trainer Piotr Przybecki äußerte sich nach dem Schlusspfiff enttäuscht: „Nach dem Spielverlauf ist es für uns ein verlorener Punkt. In den letzten Minuten hat man die Verunsicherung durch die letzten Niederlagen gespürt, da war dann plötzlich Druck. Insgesamt haben wir aber eine richtig gute Leistung gezeigt, konnten auch die Verletzungen von Löfström und Lindskog Andersson kompensieren. Ein großes Lob an Fynn Ranke, der ein richtig gutes Comeback gefeiert hat.“