Tiger zu Gast bei den Wölfen

VfL Lübeck-Schwartau kämpft am 28.11. (19.00 Uhr) bei der DjK Rimpar Wölfe um zwei Punkte

Überragend gegen Aue – schlägt Thees Glabisch auch gegen Rimpar wieder zu?

„TIGER UND LÖWEN SIND FURCHTERREGEND, ABER EIN WOLF TRITT NIEMALS IM ZIRKUS AUF“ – so ist es nachzulesen auf der Website der Rimparer. Ein Seitenhieb auf die aktuelle Situation des VfL? Die Interpretation obliegt dem Leser.

Der Arbeitsalltag der Schwartauer Spieler hat allerdings im Moment nichts mit einem vergnüglichen Zirkusbesuch gemeinsam. Letzter Beleg war der vor allem in der zweiten Halbzeit verkrampfte Auftritt gegen den EHV Aue. Wieder einmal war der VfL nicht in der Lage, einen Fünf-Tore-Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. Dabei war Mitte der ersten Halbzeit die Hoffnung berechtigt, dass die Mannschaft von Piotr Przybecki die aktuelle Tabellensituation erfolgreich in den Hintergrund gedrängt hatte. Die Abwehr stand, Dennis Klockmann hatte eine Quote von knapp 50% gehaltener Bälle und im Angriff waren Hansen, Schult und Co. entschlussfreudig und durchsetzungsstark. Nach der Halbzeit allerdings zeigte sich das andere Gesicht des VfL. Technische Fehler und vergebene Chancen im Angriff kratzten am mühsam erworbenen Selbstvertrauen. Aue kam Tor um Tor heran und bei den Schwartauern schien sich die Tabellensituation langsam wieder in den Vordergrund zu schleichen. Am Ende stand ein 23:23, den der EHV mit der Schlusssirene erzielte. Ein Unentschieden, das sich wie eine Niederlage anfühlt.

VfL-Trainer Piotr Przybecki resümiert das Spiel noch einmal: „Insgesamt haben wir wieder alles gegeben, was in uns steckt. Insbesondere die Abwehr hat mir gut gefallen. Hier haben sich die Rückkehr von Martin Waschul und Fynn Ranke positiv bemerkbar gemacht, schon allein, weil wir dadurch wieder mehr Alternativen hatten. Durch die Umstellung der Auer Deckung auf 5:1 haben wir dann aber in der zweiten Hälfte zusehends mehr Probleme bekommen, unsere Angriffe erfolgreich abzuschließen. Hinzugekommen sind dann auch noch einige technische Fehler in entscheidenden Momenten. Das Glück schien uns zum Ende etwas abhandengekommen zu sein und dann spielst du eben nur Unentschieden. Das ist sehr schade für meine Mannschaft und die Zuschauer, weil wir dicht dran waren am Erfolg.“ Die Enttäuschung ist ihm immer noch anzumerken.

Rimpar mit bislang durchwachsener Saison

Und jetzt geht es in den Landkreis Würzburg, ins Wolfsrevier. Die heimische DjK ist in diese Saison ohne großartige Veränderungen gestartet. Lediglich ein Abgang (Bauer) war zu kompensieren. Wesentlicher war da wahrscheinlich ein anderer Wechsel: Ceven Klatt beerbte Matthias Obinger auf der Trainerbank. Und Klatt hinterlässt bereits Spuren. Als Anhänger einer stabilen Defensive legte der neue Trainer von Anfang an Wert auf konsequente Abwehrarbeit. Mit Erfolg! Rimpar stellt ein echtes Bollwerk, hinter dem mit Max Brustmann ein erfahrener Schlussmann (37 Jahre alt, seit 1991 im Verein) steht, der ähnlich gute Werte wie Dennis Klockmann aufweist und seinen zweiten oder dritten Frühling erlebt. Auch die Gegentoranzahl ist fast identisch (Rimpar 315 / VfL 316).

Eine weitere Parallele zwischen Rimpar und unserem VfL sind die notwendigen Anstrengungen im Angriff, um zu einem Torerfolg zu kommen. Die DjK erzielte bislang 295 Treffer (das ist der zweitschlechteste Wert in der Liga), der VfL 309. Die Zuschauer dürfen also in jedem Fall ein spannendes Spiel zweier ausgeglichenen Mannschaften erwarten.

Piotr Przybecki zum kommenden Gegner: „Rimpar ist gut in die Saison gestartet, konnte von den ersten sieben Spielen fünf gewinnen. Jetzt scheint ihnen aber etwas die Luft auszugehen. Die Gegner hatten zuletzt aber auch ein anderes Kaliber. Gegen Bietigheim, Hamm, Essen, Eisenach und zuletzt gegen den HSV wurde verloren. Unsere Situationen sind also durchaus vergleichbar. Zu Hause bleibt Rimpar aber immer gefährlich. Sie stellen einen guten defensiven Mittelblock und verfügen im Angriff mit Patrick Schmidt und Steffen Kaufmann über zwei intelligente und gefährliche Spieler.“

Will die DjK Rimar ihr Saisonziel „einstelliger Tabellenplatz“ untermauern, ist ein Sieg gegen den VfL Pflicht. Das wollen die Lübecker aber unbedingt verhindern. Noch einmal Przybecki: „Wir müssen gegen Rimpar im Angriff weniger Fehler machen und unseren Abschlusschancen konsequent nutzen. Ich kann mir auch gut vorstellen, im Angriff wieder mit drei Rechtshändern zu agieren, aber das entscheide ich während des Spiels. Erst einmal bin ich froh, dass ich wieder mehr personelle Alternativen habe. Waschi und Fynn Ranke haben uns schon gegen Aue wieder mehr Stabilität gegeben. Sie müssen aber auch beide noch in ihren Rhythmus finden. Und wir müssen als Team unsere Konzentration über 60 Minuten halten. Ein Erfolg von uns ist nicht unmöglich, muss aber hart erarbeitet werden. Dazu sind wir bereit.“ Ob das gelingt, seht Ihr wie immer live bei sportdeutschland.tv im Stream. Wir drücken die Daumen!

2019-11-28T16:52:51+00:00Dienstag, 26. November 2019|