"Haben eine überragende Saison gespielt"

Torge Greve und Michael Friedrichs im Interview

Der VfL Lübeck-Schwartau hat die Saison auf dem dritten Tabellenplatz beendet – ein großer Erfolg für Trainer, Mannschaft und Verantwortliche. Nach ein paar Tagen ohne Handball wird es Zeit für ein Fazit und einen Ausblick auf die neue Spielzeit. Wir haben Trainer Torge Greve und Geschäftsführer Michael Friedrichs zum Gespräch getroffen.

Besser hätte die Saison nicht enden können: Ein Heimsieg und Platz drei gefestigt – wie habt ihr das Saisonfinale erlebt?

Torge Greve: Es war ein sehr schöner Abschluss. Das Spiel war noch einmal ein sehr guter Auftritt der Mannschaft. Die Halle war fast ausverkauft und auch die Verabschiedung der drei Spieler passte sehr gut in den Rahmen.

Michael Friedrichs: Ja, das stimmt, war tatsächlich noch einmal ein Feuerwerk, was die Jungs da abgebrannt haben. Für mich persönlich natürlich ein schönes Geburtstagsgeschenk.

Ihr konntet jetzt ein paar Tage durchschnaufen. Mit ein wenig Abstand – wie fällt euer Saisonfazit aus?

Michael Friedrichs: Durchschnaufen ist schwer, für uns in der Geschäftsstelle ist nach der Saison vor der Saison. Wir arbeiten jetzt intensiv für die Vorbereitung auf die neue Saison.Was mein Saisonfazit angeht, kann ich nur sagen, dass wir sportlich eine überragende Saison gespielt haben, wir haben begeistert und das freut mich persönlich sehr.

Torge Greve: Zunächst geht mein Dank an das gesamte VfL-Team. Dazu gehören die Trainer, die Physiotherapeuten, die Betreuer und Helfer sowie natürlich die Mannschaft. Was diese Leute in dieser Saison alles geleistet haben ist einfach sensationell. Ich denke, wir haben eine überragende Saison gespielt. Es gab sehr viele Höhen und weniger Tiefen als noch in der vergangenen Saison. Was die Mannschaft in diesem Jahr geleistet hat, war sehr, sehr gut.

Hättet Ihr vor der Saison gedacht, dass es ein so erfolgreiches Jahr wird?

Torge Greve: Sicherlich habe ich nicht mit diesem hervorragendem Gesamtergebnis gerechnet. Einen Platz unter den ersten Sieben hatten wir uns aber schon vorgestellt. Am Ende haben wir dieses Ziel auch erreicht, das spiegelt sicherlich den Einsatz und das Engagement aller Beteiligten wider.

Michael Friedrichs: (Lacht) Also mit Platz drei habe ich auch nicht gerechnet, unter die TOP 5 wollte ich schon kommen. Aber ich mache die Saison nicht nur am Tabellenplatz fest. Von daher kann ich sagen, dass es mich schon sehr freut, wie wir auch neben dem Tabellenplatz auch hinter dem Team ein erfolgreiches Jahr hatten und uns permanent weiterentwickeln.

Gab es für euch einen speziellen Höhepunkt in dieser Saison? Welcher war das?

Torge Greve: Davon gab es in der Saison mehrere. Sicherlich war der Saisonauftakt mit einem schon verloren geglaubten Spiel gegen den Bundesligaabsteiger HSC Coburg gleich zu Beginn ein erstes Highlight. Am Ende stand ein 25:22-Erfolg. Natürlich war auch der Auswärtserfolg beim BHC ein besonderes Spiel. Es waren aber auch viele kleine Highlights dabei, wie zum Beispiel ein erster Erfolg in Konstanz oder aber auch persönliche Leistungen einzelner Spieler.

Und für dich, Michael…?

Puh, also 6-2 Punkte gegen beide Aufsteiger zu holen war sicherlich überragend. Ich muss aber sagen, dass die Fans, die uns von Spiel zu Spiel tragen und die Begeisterung für die Mannschaft mit fast 2000 Zuschauern im Schnitt für mich der Höhepunkt der Saison ist.

Was hätte in dieser Saison deiner Meinung nach noch besser laufen können?

Michael Friedrichs: Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir mehr Konstanz im Spiel gewünscht, gerade gegen vermeidlich leichtere Gegner (die es in dieser Liga kaum noch gibt). Aber das ist stöhnen auf hohem Niveau. Besser geht immer, aber daran arbeiten wir auch permanent.

Torge Greve: Sicherlich haben wir in allen Bereichen noch Steigerungspotential. Wir müssen und wollen noch konstanter spielen. Wir wollen versuchen, in dem einen oder anderen Spiel noch mehr Dominanz auszustrahlen.

Wie habt Ihr die Namensänderung erlebt? Hat der Verein durch den Namen Lübeck-Schwartau dazu gewonnen?

Michael Friedrichs: Die habe ich natürlich direkt erlebt, weil ich sie auch angestoßen und umgesetzt habe. Jetzt, ein Jahr nach Einführung kann ich sagen, dass es genau der richtige Schritt war.  Wir sind in der gesamten Region noch präsenter, wir vertreten eine gesamte Region in und um Lübeck in der gesamten Republik. Selbst in Lübeck werde ich häufig auf die positive Entwicklung des VfL angesprochen, gerade auch im Zusammenhang mit der Namensänderung. Ich denke, das ist positives Feedback und viel Lob, welches wir uns dort erarbeitet haben.

Torge Greve: Die Namensänderung ging wirklich sehr professionell über die Bühne und hat dem Ganzen einen weiteren positiven Schub verliehen. Ich denke, die Mannschaft war für die Stadt Lübeck und Bad Schwartau ein würdiger Repräsentant über die Grenzen von Schleswig-Holstein hinaus, ja im ganzen Bundesgebiet. Unsere Präsenz auch innerhalb von Lübeck hat sich erhöht und wird auch in der Öffentlichkeit nochmal deutlicher wahrgenommen.

Rund um den Verein hat sich einiges getan. Wie bewertest du die Entwicklung im vergangenen Jahr? Welche Entwicklungen werden in Zukunft angestrebt?

Torge Greve: Ich bewerte die aktuelle Entwicklung als sehr positiv. Wobei ich hier in erster Linie für die Entwicklung der Mannschaft sprechen kann. Wir als Mannschaft haben uns stetig weiterentwickelt und das sollte auch das Ziel für die kommende Saison sein. Spieler werden älter und damit auch reifer und können andere Rollen einnehmen. Auch auf dem Feld sind sicherlich bei allen Spielern noch weitere Entwicklungsfelder zu erschließen. Ansonsten streben wir im sportlichen Bereich eine weitere Professionalisierung an.

Michael Friedrichs: Die Entwicklung der letzten vier Jahre ist überragend, ich würde das nicht nur auf das letzte Jahr beschränken. Die gute und enge Zusammenarbeit mit dem Beirat, den Gesellschaftern, den Städten Lübeck und Bad Schwartau, dem Hauptverein und der gesamten VfL Familie ist durch Kompentenz, Leidenschaft und Aufbruchstimmung geprägt, das spürt man überall. Wir treiben die Professionalisierung stetig voran, auch neben dem Spielfeld, weil ohne eine gute und funktionierende Infrastruktur Bundesliga Handball auf diesem Niveau nicht möglich ist. Wir haben natürlich auch Pläne für die Zukunft, da spielen der Ausbau der Hansehalle und eine neue Multifunktionsarena natürlich eine große und wichtige Rolle.

Jetzt ist knapp sechs Wochen Pause, bevor die Vorbereitung wieder startet. Welche Aufgaben haben die Spieler in der Zeit? Welche Aufgaben habt Ihr in dieser Zeit?

Michael Friedrichs: Die Spieler sollen sich erholen, mal weg vom Handball kommen. Aufgaben verteilt nur das Trainerteam. (Lacht) Wir müssen die Saison vorbereiten, zudem mit dem Vertriebsteam und unserem Vertriebsleiter das Sponsoring vorantreiben. Wir haben viel vor der Brust, die Saison beginnt ja mit dem sportlichen Highlight gegen den Deutschen Meister Flensburg Handewitt am 14.8 , ein besseres Timing hätte ich mir nicht wünschen können!

Torge Greve: Zunächst einmal sollen alle regenerieren. Das betrifft sowohl die Spieler als auch uns Trainer. Natürlich haben die Spieler auch „Hausaufgaben“ mitbekommen, wobei die meisten auch aus dem eigenen Erfahrungsschatz wissen, was zu tun ist, um zum Trainingsstart optimal vorbereitet zu sein. Ich werde sicherlich mit meinem Trainerteam die Saison noch einmal auswerten und dann auch nach einem Urlaub in die restliche Planung der neuen Saison gehen. Dazu gehört auch, dass ich mich beim Fußball aber auch beim Volleyball über neue Trainingsmethoden und Möglichkeiten informieren möchte.

Mit Rikard Akerman, Christoph Schlichting und Julian Lauenroth wurden drei Spieler abgegeben, dafür kommen Finn Kretschmer, Marcel Möller und Dadi Rúnarsson zum VfL. Was denkst du über die Neuzugänge?

Torge Greve: Alle drei werden uns sportlich sehr weiterhelfen. Deswegen haben wir diese drei Spieler verpflichtet. Ich glaube auch, dass alle drei menschlich gut in unser Team passen werden.

Michael Friedrichs: Die Abgänge tun schon etwas weh, aber so ist das im Sport. Die vier neuen Spieler, ich zähle Pawel Genda noch einmal dazu, passen perfekt rein, waren absolute Wunschspieler und werden uns beim nächsten Schritt zur Professionalisierung auch mit Ihrer Erfahrung definitiv weiterhelfen. Ich freue mich sehr, dass die Vier sich für uns entschieden haben. Das zeigt auch, dass wir mittlerweile eine Top-Adresse für Spieler geworden sind.

Was erwartet die Spieler in der Vorbereitung? Neben einem Trainingslager steht mit dem Saisoneröffnungsspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt ein echtes Highlight auf dem Programm.

Michael Friedrichs: Viel Schweiß, aber hier verweise ich dann gerne auf Torge.

Torge Greve: Zunächst einmal harte Arbeit…. Wir werden natürlich versuchen, die neuen Spieler so schnell wie möglich zu integrieren und eine Balance zwischen Belastung und Regeneration zu finden. Aber auch die Freude darf niemals verloren gehen. Deshalb sind auch verschiedene Maßnahmen geplant, wie zum Beispiel ein Team-Triathlon.

 

2018-06-21T09:17:16+00:00Donnerstag, 7. Juni 2018|