„Das war ein sehr couragierter Auftritt“

Eine starke Halbzeit reichte nicht gegen den Deutschen Meister. Der VfL Lübeck-Schwartau unterlag der SG Flensburg-Handewitt am Ende deutlich mit 36:27 (18:15), konnte aber zumindest 30 Minuten gut Schritt halten. „Das war ein sehr couragierter Auftritt meiner Mannschaft“, befand VfL-Trainer Torge Greve.

Für ein erstes Highlight sorgten VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs und Andreas Tembrockhaus, Geschäftsführer der Flensburger Brauerei, schon vor dem Spiel: Kurz vor dem Anpfiff wurde die neue Partnerschaft mit der Flensburger Brauerei verkündet. In der Hansehalle wird in den kommenden drei Jahren „Flens“ ausgeschenkt. „Ich freue mich, dass wir einen Partner aus der Region Schleswig-Holstein für uns gewinnen konnten“, so Friedrichs.

Der Geschäftsführer der Flensburger Brauerei Andreas Tembrockhaus und VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs präsentieren die neue Partnerschaft.

Gleich drei verletzungsbedingte Ausfälle hatte Torge Greve vor dem Kräftemessen mit dem Deutschen Meister zu beklagen. Waschul (gebrochener Daumen), Podpolinski (Knieprobleme) und Damm (Bänderdehnung) konnten nicht mitwirken.

Starke erste Halbzeit

Von Respekt vor dem Deutschen Meister war beim VfL zunächst trotzdem nichts zu spüren. Die blauen Tiger begannen vor 1871 Zuschauern frech und agil, gingen schnell mit 2:0 in Führung. Die SG tat sich schwer gegen die kompakte 6:0-Abwehr der Lübecker, erst in der achten Minute konnte Gottfriedsson wieder ausgleichen – 4:4.

Die erste Führung für den Deutschen Meister gab es in der 12. Minute: Bergerud parierte stark gegen Schult und Möller, im Gegenzug traf Lauge zum 7:6. Doch auch davon ließ sich das Team von Torge Greve nicht beeindrucken, spielte mutig weiter und hielt die Partie offen. Metzner besorgte das 9:9 (16.), in der 22. Minute ging der VfL dann sogar wieder in Führung. Neuzugang Rúnarsson traf zum umjubelten 13:12.

In der Schlussphase der ersten Hälfte schlichen sich dann kleinere Fehler ein, die Konzentration ließ etwas nach. Die SG bestrafte diese Fehler sofort und zog auf drei Tore davon. Gottfriedsson stellte kurz vor der Pause auf 18:15 (30.). „Wir haben richtig gut mitgehalten und auch offensiv Lösungen gefunden. Nur die Fehler in den letzten Minuten haben natürlich genervt“, sagte Jan Schult nach der Partie.

Flensburg erhöht das Tempo

In der Halbzeitpause schien SG-Trainer Maik Machulla die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Mannschaft präsentierte sich jetzt deutlich spielfreudiger und hatte auch in der Abwehr immer bessere Lösungen gegen die VfL-Offensive. Die Folge: Flensburg baute die Führung auf sechs Tore aus – 23:17 (37.). Als Zachariassen nach Hansens Lattentreffer per Tempogegenstoß zum 25:18 traf (40.), zog Torge Greve die Auszeit.

Doch weiterhin hatten die Schwartauer Probleme mit dem hohen Tempo im Spiel der SG und tat sich auch im Angriff schwer gegen die bewegliche Deckung des Erstligisten. Immer wieder rollten die Gegenstöße, Steinhauser erhöhte auf 28:19 (46.), ehe Geburtstagskind Jasper Bruhn sich mit dem 20ten Tor der Lübecker in die Liste der Torschützen einreihen durfte. „Es war natürlich toll, dass ich noch auf mein Tor kam“, freute sich Bruhn.

Es war ein kleiner Weckruf, denn nun agierten die Lübecker wieder konzentrierter und verkürzten durch Kretschmer, Claasen und Schult auf 29:23 (50.). Die kurze Aufholjagd war dann aber auch schon wieder beendet. In einer zerfahrenen Schlussphase ließ der Deutsche Meister nichts mehr anbrennen, Baljens besorgte das 34:26 in der 58. Minute – wieder nach einem Tempogegenstoß.

Gelungener Test vor dem Pokalspiel

Am Ende siegte die SG mit 36:27 – trotzdem herrschte Zufriedenheit im Lager des VfL. „Das Ergebnis ist vielleicht etwas zu hoch ausgefallen, aber ich bin sehr zufrieden“, resümierte Torge Greve. „Das enorme Tempo der Flensburger haben wir in der zweiten Hälfte einfach nicht mehr in den Griff bekommen.“ Am Samstag im Pokal wartet dann wieder ein Erstligist auf die Lübecker, in Hildesheim geht es gegen den SC Magdeburg. „Das ist natürlich ein ähnliches Kaliber, aber wir haben heute gesehen, dass wir über weite Strecken mithalten können“, sagte Jan Schult.

 

 

 

2018-08-14T22:08:51+00:00Dienstag, 14. August 2018|