Verfolgerduell in der Hansehölle

Der VfL Lübeck-Schwartau erwartet als Tabellenfünfter den zwei Plätze dahinterstehenden TUSEM Essen – auf ein spannendes Duell!

Es wird noch einmal eng im Aufstiegsrennen: Balingen, Coburg und Nordhorn trennen lediglich zwei Punkte. Ähnlich spannend ist das Rennen hinter den Top-Drei: zwischen den Plätzen Vier (Hamm) und Sieben (Essen) liegt ein Unterschied von fünf Punkten. Dazwischen stehen Lübbecke und unser VfL, der mit allen Kräften das ausgegebene Saisonziel (ein Patz unter den ersten Sechs) erreichen will. Und auf diesem Weg soll ein Heimsieg gegen den Turn- und Sportverein Essen-Margarethenhöhe e. V. 1926 der nächste Schritt sein.

Die Coaches Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt stehen diesem Unterfangen positiv gegenüber: „Wir haben in jedem Spiel eine Chance, besonders in unseren Heimspielen. Und obwohl sich zwei Mannschaften mit hervorragenden Einzelspielern gegenüberstehen, die auch beide noch als Team gut funktionieren, wollen wir unbedingt das Hinspielergebnis korrigieren. Wir laufen mit der Empfehlung von zwei Siegen auf und wollen diese kleine Serie ausbauen.“

Aber auch die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert konnte am Doppelspieltag vierfach punkten (38:34 gegen Hagen, 29:24 in Emsdetten) und geht somit ebenfalls mit einem guten Gefühl in die kommenden Aufgaben. Mit den beiden Erfolgen gelang es den Essenern, eine zuvor weniger erfolgreiche Zeit (ein Unentschieden, vier Niederlagen) zu beenden. Einen großen Anteil an den beiden Erfolgen hatte Noah Beyer, der mit 20 Toren am vergangenen Wochenende der erfolgreichste Werfer seiner Mannschaft war.

Apropos Tore werfen: das ist die Stärke des TUSEM. Die Essener stellen den torhungrigsten Angriff der Liga. Dafür ist neben Noah Beyer vor allem Tom Skroblien verantwortlich, der bereits 150 Treffer erzielt hat (und damit nur fünf weniger als Antonio Metzner). Die Achillesferse der Nordrhein-Westfalen ist die Defensive (drittmeisten Gegentore). Das überrascht umso mehr, denn der Torwart mit den zweitmeisten Paraden in der Liga steht im Tor des TUSEM: Sebastian Bliß (308). Im Vergleich dazu: Dennis Klockmann hat 277-mal erfolgreich einen Torwurf verhindert und steht in dieser Statistik auf Platz 7.

Stärkster Angriff trifft auf beste Abwehr

Bester Angriff gegen beste Abwehr – was erwarten die Trainer des VfL vom kommenden Spiel? Gerrit Claasen gibt eine Prognose ab: „Essen verfügt über sehr gute Individualspieler, ist eingespielt, zeigt sich variabel im Angriff und spielt eine starke erste und zweite Welle.“ Und Jörg Engelhardt ergänzt: „Beide Teams werden versuchen, ihre Stärken ins Spiel einzubringen. Wir müssen wieder eine stabile Abwehr stellen, sehr geduldig im Angriff sein und unsere Konter konsequent zu Ende spielen – und am Ende mindestens ein Tor mehr werfen.“

Das Hinspiel verlor der VfL Lübeck-Schwartau denkbar knapp und sehr unglücklich mit 29:30 in Essen. Das entscheidende Tor glückte den Hausherren in einem Spiel, in dem die Mannschaft um Martin Waschul fast über 60 Minuten in Führung lag, erst mit der Schlusssirene. Auf den Kapitän wird der VfL Lübeck-Schwartau wie bereits in der Vorwoche verzichten müssen. Dennoch soll an das erfolgreiche vergangene Wochenende angeknüpft werden. Gerade der überzeugende Sieg in Hagen soll dabei als Blaupause dienen. Er war ein Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Das Team hat die taktischen Vorgaben nahezu perfekt umgesetzt und Hansen, Ottsen, Köhler und Co. haben gute spielerische Lösungen gefunden, die vielfach zu erfolgreichen Abschlüssen führten. Das soll den Fans auch gegen Essen wieder geboten werden. Gerrit Claasen zum Personal: „Der Teamgeist war in den vergangenen Wochen immer wieder unser großes Plus, man könnte auch sagen „Der Star ist die Mannschaft“. Wir haben bereits während der gesamten Saison gezeigt, dass wir durch eine mannschaftliche Geschlossenheit die Ausfälle von wichtigen Spielern kompensieren können. Das zeichnet uns aus und dafür stehen wir auch als Trainer.“

2019-05-03T09:17:26+00:00Donnerstag, 2. Mai 2019|