Der VfL Lübeck-Schwartau bezwingt den TuS N-Lübbecke mit 33:30 (14:12) und feiert einen überzeugenden Heimsieg gegen den Tabellenzweiten. Obwohl dem VfL fünf Spieler verletztungs- und krankheitsbedingt fehlten, zeigte das Przybecki-Team eine über 60 Minuten konstant starke Leistung. Neuzugang Borchert überzeugte im Tor (Neun Paraden), Niels Versteijnen wurde mit 14 Toren zum Matchwinner.

„Das habe ich vielleicht in der Jugend mal geschafft“, freute sich Versteijnen über seine Leistung, lobte aber auch prompt seine Mitspieler. „Wir haben heute als Mannschaft überzeugt, sind nasch den vielen Ausfällen noch enger zusammengerückt“, so der Niederländer. 

Auch Kretschmer verletzt

Dabei gab es schon im ersten Angriff eine Hiobsbotschaft für den VfL: Finn Kretschmer knickte nach einem Foulspiel beim Wurf von Außen um und konnte vortan nicht mehr mitwirken. Dafür konnte sich Torhüter Julián Borchert, der für den erkrankten Nils Conrad im Tor stand, direkt mit zwei Paraden auszeichnen. Vorne setzte VfL-Trainer Piotr Przybecki auf zwei Kreisläufer, um die kompakte 6-0-Abwehr der Gäste auszuhebeln. Den ersten Treffer der Partie gab es erst nach knapp fünf Minuten zu sehen – Speckmann traf zum 1:0 (5.).

Die Verunsicherung nach der Niederlage in Konstanz war bei den Gastgebern zu Beginn deutlich spürbar. Technische Fehler und Fehlwürfe – aber auch sehenswerte Spielzüge. Löfström traf nach feinem Zuspiel von Markus Hansen zum 3:3-Ausgleich (11.). Jetzt fand das Przybecki-Team immer besser in die Partie, die Kreisläufer rissen Lücken, der Rückraum agierte beweglich. Martin Waschul traf von Außen zum 6:3 und zur Drei-Tore-Führung (17.).

Immer eine Antwort

Trotz der zahlreichen Ausfälle konnte der VfL in dieser Phase sogar zwei Zeitstrafen kurz hintereinander verkraften. Markus Hansen erzielte in Unterzahl nach einem Tempogegenstoß den Treffer zum 11:8 (24.). 

Nach einer konzentrierten und konstanten Leistung in der ersten Halbzeit ging der VfL schließlich mit einer 14:12-Führung in die Pause. Der starke Julián Borchert konnte bei seinem Debüt bereits in der ersten Hälfte sieben Paraden verbuchen.

„Ein anderes Gesicht“ als in Konstanz wollte VfL-Trainer Piotr Przybecki im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten sehen – und sein Team lieferte auch zu Beginn des zweiten Durchgangs. Niels Versteijnen knallte die Kugel zum 18:15 in die Maschen, doch dann gab es nach dem Kretschmer-Ausfall den nächsten Rückschlag. Markus Hansen wurde nach der dritten Zwei-Minuten-Strafe mit der roten Karte in die Kabine geschickt (39.) und Julius Lindskog Andersson musste nach einem Schlag ins Gesicht minutenlang behandelt werden – die ohnehin angespannte Personalsituation wurde weiter strapaziert.

Versteijnen nicht zu stoppen

Und trotzdem marschierte der VfL weiter, Versteijnen traf aus allen Lagen und auch Melf Hagen konnte sich als Vertreter von Lindskog Anderson in die Torschützenliste eintragen. Nur: Das Tempospiel der Gäste bekamen die Lübecker jetzt nicht mehr in den Griff, immer wieder traf Lübbecke nach der schnellen Mitte. Jasper Bruhn besorgte von Außen das 23:21 für die Hausherren (47.), Versteijnen stellte mit dem Siebenmeter zum 25:22 den Drei-Tore-Vorsprung wieder her (50.).

Das Spiel blieb spannend und offen, weil Lübbecke gewaltig aufs Tempo drückte, den VfL immer wieder überrannte. Doch vorne blieben die Schwartauer treffsicher – Jasper Bruhn erzielte das 29:26 (55.), Fynn Gonschor erhöhte wenig später auf 30:26 (56.). Und doch wurde es noch einmal eng. Erst nach Löfströms Treffer zum 32:28 (59.) war die Partie entschieden. 

„Eine bärenstarke Leistung“

„Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle“, freute Piotr Przybecki nach dem Spiel. „Wir haben es geschafft, nach nur zwei Trainingseinheiten und trotz der Ausfälle eine solche Leistung abzurufen. Da kann man sehen, was Disziplin und Wille ausmachen. Wir haben heute als Mannschaft eine bärenstarke Leistung gezeigt.“