VfL feiert Arbeitssieg bei Greve-Abschied

Ein echter Handball-Krimi zum Abschied von Torge Greve. Der VfL Lübeck-Schwartau erkämpfte sich in einer ausverkauften Hansehalle einen 21:20-Erfolg gegen den TuS N-Lübbecke.

Mit Tränen in den Augen stand Torge Greve nach dem Abpfiff in mitten der Hansehalle und ließ sich von den Rängen für sieben erfolgreiche Jahre als VfL-Trainer feiern. An seiner Seite die beiden Söhne und Frau Janina. Es wurde emotional. „Das war natürlich ein großes Gefühlschaos. Ich war froh, dass meine Familie heute dabei war. Das war Gänsehaut pur,“ so Greve. Hallensprecher HG Meyer und Geschäftsführer Michael Friedrichs fanden warme Worte, die Mannschaft dankte dem Trainer mit einer Bierdusche.

Zuvor hatte Greve ein ebenso emotionales Spiel erlebt – sein letztes als Trainer beim VfL. „Die Jungs haben mir einen gebührenden Abschied bereitet“, lobte der Trainer die Leistung seines Teams, das zunächst allerdings seine Mühe hatte mit einem starken Gegner aus Lübbecke, der sich von den Emotionen in der Halle nicht beeindrucken ließ. Vor allem Birlehm im Tor machte es dem VfL schwer, brachte den VfL an den Rande der Verzweiflung. Weil aber auch Klockmann im Lübecker Tor zur Hochform auflief, stand es nach 15 Minuten 5:3 für die Hausherren.

Doch Lübbecke fand immer besser in die Partie und das Greve-Team scheiterte vor allem an der eigenen Chancenverwertung. Kurz vor der Pause vergab Metzner die Chance zum 10:10-Ausgleich, im Gegenzug erzielte Walczak den 11:9-Pausenstand für den TuS.

Und auch nach Wiederanpfiff vernagelte Birlehm das Tor der Gäste, die sich auf 15:10 absetzen konnten (38.). „Da hätte das Spiel schon zu Gunsten von Lübbecke entschieden werden können, aber die Mannschaft hat dann Charakter gezeigt“, so Greve, der jetzt im Angriff mit einem siebten Feldspieler agieren ließ – mit Erfolg. Mit einer starken Abwehr, einem glänzend aufgelegten Marino Mallwitz im Tor und der Unterstützung von den Rängen kämpften sich die Schwartauer zurück. Als Markus Hansen zum 19:19-Ausgleich traf, tobte die „Hansehölle“ (53.). 15 Sekunden vor Schluss besorgte Jan Schult das 21:20, im Gegenzug parierte Mallwitz gegen Orlowski – dann gab es kein Halten mehr.

Ein echter Handball-Krimi mit Happy-End zum Abschied – schöner hätte es sich Torge Greve wohl selbst nicht ausmalen können. „Die Mannschaft hat all das gezeigt, was sie ausmacht und hat immer an sich geglaubt. Die Stimmung war überragend, da brannte das Dach, muss man sagen.“

Sieben Jahre in Lübeck haben Spuren hinterlassen bei Torge Greve, das war dem Trainer noch lange nach dem Spiel anzumerken. „Ich bin kein Freund von großen Abschieden“, erzählt er lächelnd. „Daher bin ich eigentlich ganz froh, dass jetzt alles so schnell ging.“ Zeit um in Erinnerungen zu schwelgen bleibt ohnehin nicht. Beim VfL Gummersbach beginnt für Greve am Sonntag ein neues Kapitel.

2019-03-10T08:45:58+00:00Samstag, 9. März 2019|