VfL Lübeck-Schwartau muss in Hamm ran

Kurz vor Weihnachten bestreitet der VfL sein vorletztes Auswärtsspiel der Saison beim ASV Hamm-Westfalen.

Der Blick zurück auf das vergangene Heimspiel dürfte bei dem einen oder anderen Spieler des VfL Lübeck-Schwartau noch einmal ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Ein schwer dezimierter VfL konnte am Ende enttäuschte, aber nicht enttäuschende Dresdner mit 26:25 niederringen. Damit holten die Greve-Schützlinge den neunten Sieg im zehnten, und damit letzten Heimspiel des Jahres.

Insgesamt kann der VfL eine hervorragende Hansehöllen-Saisonbilanz vorweisen. Und das nicht nur beim Blick auf die Tabelle (zweitstärkste Heimmannschaft). Auch der Zuschauerzuspruch kann sich sehen lassen. Insgesamt 18.647 Zuschauer kamen zu den zehn Heimspielen, im Schnitt also 1.865. Damit rangiert der VfL auf Rang fünf und erfährt im Zwei-Wochen-Rhythmus regelmäßig große Unterstützung. Dafür sagt die Mannschaft: DANKE FANS!

Für die beiden letzten Spiele des Jahres müssen die Lübecker allerdings reisen, am 26.12. nach Balingen und am kommenden Spieltag nach Hamm.

ASV Hamm-Westfalen mit dem Ziel „1. Bundesliga“

Und diese beiden Aufgaben haben es in sich. Aber der Reihe nach. Der nächste Gegner, der ASV Hamm, hat schon vor dem Saisonbeginn die klare Parole „Aufstieg“ ausgegeben. Und das, obwohl der Umbruch im Sommer kaum größer hätte ausfallen können. Sieben Neuzugänge standen sieben Abgängen gegenüber. Allein sechs neue Spieler musste Trainer Kay Rothenpieler im Rückraum zueinander führen, der damit auf völlig neue Füße gestellt wurde.

Einer der Neuen ist ein alter Bekannter, zumindest für die Schwartauer: Oliver Milde beendete sein geplantes Kurz-Intermezzo bei den Füchsen Berlin nach einer halben Saison und ist eine der Stützen des ASV. Mit 51 Treffern ist er hinter dem Griechen Vyron Papadoloulos (59 Treffer) zweitbester Schütze seiner Mannschaft. Das sagt aber gar nicht so viel aus. Für die Angriffsleistung sind gleich sechs bis sieben Spieler zu etwa gleichen Anteilen verantwortlich. Es kommt also wieder einmal viel Arbeit auf die beste Defensive der Liga (Gegentorschnitt des VfL: 23,78) zu.

Das sieht auch VfL-Trainer Torge Greve so: „Mit Stefan Lex, Sören Südmeier und Oliver Milde verfügt Hamm über enorme Qualität im Rückraum. Aber auch die Außen sind extrem gefährlich. Hinzu kommt, dass der ASV kaum Ausfälle zu verzeichnen hat und im Gegensatz zu uns aus dem Vollen schöpfen kann. Sie haben nahezu jede Position herausragend doppelt besetzt.“

Darüber hinaus hat Hamm gerade im letzten Spiel viel für das eigene Selbstvertrauen getan. Im Westduell besiegte man den Tabellen-Zweiten TuSEM Essen auswärts mit 33:31. Torge Greve dazu: „33 Tore machst Du auswärts nicht mal eben so. Gerade gegen den TuSEM hat man gesehen, wie konsequent und schnell sie aus einer geschlossenen und physisch starken Abwehr in den Angriff übergehen. Ihre erste und zweite Welle sind extrem gefährlich.“

VfL will nicht nur Weihnachtsgeschenke in Hamm abliefern

Das darf und wird den VfL aber nicht abschrecken. Es steckt trotz der etwas schlechteren Auswärtsbilanz und der Verletzten noch genügend Qualität in der Mannschaft von Torge Greve, um erfolgreich in den weihnachtlichen Doppelspieltag zu starten. Immerhin sind die beiden Kontrahenten Tabellennachbarn und punktgleich. Die Chancen stehen also 50:50.

„Wir haben vier Spiele am Stück gewonnen, also eine kleine Serie – und das trotz der personellen Misere“, so der Trainer des VfL. „Wir gehen zwar kräftemäßig auf dem Zahnfleisch, aber die Erfolgserlebnisse der letzten Wochen haben uns beflügelt. Die Stimmung im Training war entsprechend gelöst, aber gleichzeitig auch fokussiert. Übrigens haben wir in der vergangenen Saison beide Duelle gewinnen können. Auch das stimmt uns optimistisch. Warum sollten wir den Erfolg nicht wiederholen können?“

Genährt werden die Hoffnungen auf einen Punktgewinn (oder auch mehr) durch zwei Spieler, die in der jüngeren Vergangenheit nicht dabei sein konnten. Markus Hansen und voraussichtlich auch Marcel Möller haben ihre Verletzungen auskuriert und können wieder leidenschaftiger mitwirken. Dafür bleibt eine erneute Unterstützung aus der VfL-Reserve dieses Mal aus, sodass sich der VfL-Tross mit zwölf Feldspielern gen Westfalen aufmacht. Greves Erwartung jedenfalls ist entsprechend hoch: „Wenn wir alles bringen, was in uns steckt, können wir Zählbares mit nach Lübeck nehmen und uns selbst bescheren. Wir wollen die Hinrunde erfolgreich abschließen und am liebsten in Hamm gewinnen. Ich sehe uns dafür gut aufgestellt.“

2018-12-20T10:18:21+00:00Mittwoch, 19. Dezember 2018|