VfL Lübeck-Schwartau will in Düsseldorf nachlegen

Nach dem Sieg gegen Rimpar geht es jetzt gegen Tabellenletzten, den HC Rhein Vikings

Der Gastgeber des kommenden Spieltags steht vor einer schwierigen Rückrunde. Zum einen ist da die sportliche Situation: abgeschlagen auf dem 20. Tabellenplatz mit lediglich fünf Punkten auf der Habenseite. Für den Verein und die Mannschaft von Trainer Jörg Bohrmann aber viel brisanter ist der „unplanmäßige“ Ausstieg der Stadt Düsseldorf und der damit zu erwartende finanzielle Engpass. Aus diesem Grund hat Geschäftsführer Daniel Pankofer vorsorglich einen Insolvenzantrag gestellt und ist damit den wohl schwersten Schritt eines Vereins-Verantwortlichen gegangen. Personell blieb diese Entscheidung natürlich nicht ohne Konsequenzen: mit Alexander Oelze wechselte der erfolgreichste Torschütze der Vikings bereits zur SG Ratingen 2011. Neben ihm verließen weitere Leistungsträger den Verein, womit sportliche Qualität und teilweise internationale Erfahrung verloren gegangen ist. Auf den laufenden Spielbetrieb soll das alles aber erst einmal keine Auswirkungen haben.

Dabei fing die Saison durchaus vielversprechend an: drei der fünf Punkte holten die Düsseldorfer in den ersten vier Spielen – unter anderem auch durch ein Unentschieden gegen Coburg. Das zeigt, wozu die Vikings an einem guten Tag in der Lage sind. Es kam aber nur noch ein Erfolg dazu und das führte die Rheinländer in die aktuelle Tabellensituation. Nicht übersehen werden darf, dass alle Punkte im heimischen CASTELLO (Fassungsvermögen > 3.000 Zuschauer – im Schnitt < als 700 Besucher) geholt wurden. Die Schwartauer sind also gut beraten, das Zweitliga-Schlusslicht trotz aller Nebengeräusche nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

VfL-Trainer Torge Greve zum Gegner: „Klar haben die Vikings einige Spieler verloren, aber die „Erste Sieben“ ist alle Male zweitligatauglich. Ich denke dabei vor allem an Philip Pöter, Felix Handschke und Christian Hoße, alle mit Erstligaerfahrung. An denen können sich gerade die jungen Spieler orientieren und auch mal aufrichten, wenn nötig. Und die letzten Spiele haben trotz der teilweise deutlichen Niederlagen gezeigt: bis zur 40. Minute konnte der Ausgang weitestgehend offen gestaltet werden. Erst dann kam der Einbruch.“

VfL will aus der kleinen Serie eine große machen

Anders sieht die Situation beim VfL Lübeck-Schwartau aus. Zuletzt zwei Siege (in Dessau und gegen Rimpar) waren Balsam für Mannschaft und Fans. Gerade der Erfolg im Heimspiel gegen die Wölfe war ein Beleg für das Leistungsvermögen des Teams von Torge Greve. Jetzt sollen weitere zwei Punkte gegen die Rhein Vikings her.
Torge Greve: „Wir werden ganz seriös an die Aufgabe herangehen. Am Beginn dieser Trainingswoche haben wir uns einmal über die aktuelle Situation in Düsseldorf unterhalten, das war´s dann aber auch. Wir gucken auf uns und sind auch nicht frei von Sorgen. Dadi Runarsson fällt die nächsten Wochen aus, Tim Claasen ist noch nicht wieder dabei und Basti Damm und Fynn Ranke sind angeschlagen. Dazu haben wir beim Anpfiff sechs Stunden Anreise in den Beinen und der Erwartungsdruck auf uns dürfte nachvollziehbar hoch sein, während die Vikings frei aufspielen können.“

Am Ende ist also auch das Spiel beim Tabellen-20. der zweiten Liga kein Selbstläufer und dem VfL wird alles abverlangt werden. An dieser Stelle sei vielleicht an das Bild eines angeschlagenen Boxers erinnert. Aber realistisch besteht durchaus die Möglichkeit, den 24:19 Erfolg aus dem Hinspiel zu wiederholen, vor allem, wenn an die Leistung aus dem Rimpar-Spiel angeknüpft werden kann.
Alle VfL-Fans, die wissen wollen, ob das gelingt und nicht mit der Mannschaft nach Düsseldorf fahren, können den Auswärtsauftritt der Schwartauer auf Sportdeutschland.tv mitverfolgen.

2019-02-28T11:15:40+00:00Mittwoch, 27. Februar 2019|