VfL startet mit einer Heimniederlage ins Jahr 2019

Lübeck-Schwartau beißt sich am Abwehrblock des TuS Ferndorf die Zähne aus

Es war alles angerichtet für ein Handballfest. Die Lübecker Hansehalle war mit 2.146 Zuschauern ausverkauft und die hatten sich nach einer guten Rückrunden-Vorbereitung auf einen Sieg eingestellt. Das hatte offensichtlich niemand dem TuS Ferndorf gesagt, denn die starteten mit einem 4:0-Lauf. Erst nach acht Minuten gelang dem VfL durch Antonio Metzner (bester Schütze mit sechs Treffern) das erste Tor für die Gastgeber.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass beim Aufeinandertreffen der beiden stärksten Abwehrreihen der 2. Bundesliga, heute mit einem Vorteil für die Siegerländer, Handball-Ästheten nicht auf ihre Kosten kommen sollten. Für Gästetrainer Michael Lerscht entwickelte sich das Spiel wie erwartet: „Wir haben ein spannendes Spiel gesehen, mit zwei starken Defensiven und guten Torhütern dahinter. Unser Vorteil war in der ersten Halbzeit unsere Geschwindigkeit im Umschaltspiel. Mir hat nicht nur der Verlauf, sondern auch das Spiel an sich gut gefallen.“ Es dauerte bis zur 18. Minute, bis sich der VfL sehr mühsam wieder ins Spiel gekämpft hatte (6:7). Der Grund dafür lag neben dem resoluten Zupacken der Gäste an einer ungewöhnlich hohen Fehleranzahl bei den Ostholsteinern.

Ferndorf wirkte insgesamt konzentrierter, sowohl defensiv, als auch im Angriff. Das Spiel über den Kreis war immer gefährlich, und wenn Schwartau das verhinderte, entstanden Freiräume für die Halben oder Linksaußen Zerbe, dem per 7-Meter auch mit der Sirene den Pausenstand von 12:14 markieren konnte.

Zweite Halbzeit ausgeglichener

Einen ganz anderen Start legte der VfL in der zweiten Halbzeit hin. Dennis Klockmann hielt zwei wichtige Bälle und Antonio Metzner und Fynn Kretschmer drehten den Pausenrückstand in eine 15:14-Führung. Der Ferndorf-Motor, in dieser Phase ohne Spielgestalter Basic, stotterte, ging aber nicht aus. Nach dem ersten Tor in Durchgang zwei fanden die Gäste wieder besser im Spiel, mussten sich ihre Tore aber härter erarbeiten, weil die VfL-Abwehr jetzt schneller auf den Beinen war – zumindest defensiv war die Partie auf einem ganz hohen Niveau!

VfL-Trainer Torge Greve zu dieser Phase: „Wir sind gut aus der Pause gekommen und konnten mit einem 3:0-Lauf sogar 15:14 in Führung gehen. Das war der Moment, in dem das Spiel zu unseren Gunsten hätte kippen können. In der ersten Hälfte waren wir übermotiviert und dadurch verkrampft. Das sah von der 30. bis zur 40. Minute besser aus. Aber am Ende standen wir uns etwas selbst im Weg, konnten Chancen nicht nutzen und haben manchmal auch nur die zweitbeste Abschlussmöglichkeit gewählt.“

Und so entschieden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Einige dieser Szenen spielten sich zwischen der 52. – 54. Minute ab. Ferndorf war im Angriff und verlor zweimal den Ball, den die Schwartauer aber im Kampf jeweils nicht behaupten konnten. So zogen die Gäste wieder auf zwei Tore davon und als Thees Glabisch in der 59. Minute von außen vergab, war die Messe gesungen. Der Endstand von 22:23 fasst das Spiel auch im Ergebnis gut zusammen: starke Defensivabteilungen und ein Quäntchen mehr Glück für den TuS Ferndorf.

2019-02-10T20:49:08+00:00Sonntag, 10. Februar 2019|