VfL vor einer schweren Aufgabe

Der kommende Heimspielgegner ist am 06.03. um 19:30 Uhr der ASV Hamm-Westfalen.

Es soll wieder gejubelt werden in der Hansehölle. Aber zuerst ein Blick zurück auf den letzten Spieltag. An dem musste der VfL Lübeck-Schwartau beim aktuellen Tabellen-Dritten in Bietigheim antreten und war über fast 50 Minuten nicht nur ebenbürtig, sondern die bestimmende Mannschaft. Mit 19:17 führte das Team von Piotr Przybecki zu diesem Zeitpunkt und stand kurz vor einer riesigen Überraschung. Am Ende mussten sich Marin Waschul & Co mit 22:24 geschlagen geben. Der Trainer mit einem kleinen Rückblick: „Wir haben ein richtig gutes Spiel abgeliefert. Vor allem die Art und Weise, wie wir nach dem 1:5 aus unserer Sicht zurück ins Spiel gekommen sind und die Kontrolle übernommen haben, hat mir imponiert. Die ersten Minuten lief noch einiges schief, inklusiv e Trikot-Verwirrung, aber dann waren wir die bessere Mannschaft. Und man darf nicht vergessen: Bietigheim kam mit der Empfehlung von acht Siegen in Folge. Mrozowicz und Versteijnen haben gezeigt, dass sie echte Verstärkungen sein können. Besser wäre noch gewesen, wenn auch Jan Schult oder Dadi Runarsson dabei gewesen wären. Das hätte in kritischen Momenten für Entlastung gesorgt. So fehlte uns am Ende gerade im Angriff das entscheidende Durchsetzungsvermögen, auch weil uns die Kraft ausgegangen ist. Zusätzlich haben uns einige Zwei-Minuten-Strafen belastet. Und so bekam Bietigheim die zweite Luft, auch weil ihnen die personellen Alternativen nicht ausgegangen sind. Am Ende drückt das Ergebnis aus meiner Sicht nicht den Spielverlauf aus.“

Es wäre der richtige Zeitpunkt für einen nicht erwarteten Erfolg gewesen, denn die nächsten Aufgaben haben es in sich. Im übernächsten Heimspiel kommt der ThSV Eisenach zum Abstiegskrimi, dann geht es zum Tabellen-Zweiten TuSEM Essen und danach folgt das Derby gegen den HSV Hamburg. Vor diesen drei Aufgaben aber steht der ASV Hamm-Westfalen. Und der kommt nach einem schwachen Start in das Jahr 2020 mit etwas Rückenwind. War in Dresden (28:31), gegen Hamburg (24:24) und in Emsdetten (27:31) noch reichlich Zucker im Tank, konnte das letzte Spiel gegen den übernächsten VfL-Gegner Eisenach mit 32:27 gewonnen werden. Erfolgreichste Werfer waren Jan von Boenigk und Fabian Huesmann mit jeweils sieben Treffern. Zweiterer, nämlich Linksaußen Fabian Huesmann, ist mit 117 Toren auch gleichzeitig erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft. Ihm folgen in der Saisonstatistik Sören Südmeier (83) und Merten Krings (70). Das ist insofern ungewöhnlich, als dass es sich bei beiden Akteuren um die Aufbauspieler der Hammer handelt – Spielintelligenz gepaart mit Torgefahr – darauf muss sich die VfL-Abwehr erst einmal einstellen.

Hamm wie erwartet in der Spitzengruppe

Piotr Przybecki zum kommenden Gegner: „Hamm ist bereits gleich zu Beginn der Saison mit großen Ambitionen gestartet. Der Verein will unbedingt aufsteigen und hat dafür personell auch alles getan. Letze Belege dafür sind Michael Oehler (Pforzheim) und Andre Kropp (TV Emsdetten), die in der Winterpause verpflichtet wurden. Hamm besticht nicht nur in der Spitze mit Stefan Lex, Jan Brosch, Mertens Krings oder Fabian Huesmann, sondern auch in der Breite. Der Verein ist sportlich und wirtschaftlich gut aufgestellt und steht zurecht da oben. In der Abwehr überzeugt mich der massige Mittelblock. Ihn müssen wir in Bewegung bringen, um uns Chancen zu erarbeiten. Hamm gehört für mich zu den besten Zweitliga-Mannschaften und wird bis zum Ende vorne dabei sein.“

Aktuell steht der ASV trotz des durchwachsenen Starts in das neue Jahr auf dem fünften Tabellenplatz. Lediglich einen Punkt Rückstand weisen die Westfalen (31:15) auf den ersten Aufstiegsplatz auf (TuSEM Essen, 32:14). Anders sieht es beim VfL Lübeck-Schwartau aus. Die Bilanz von 18:28 Punkten genügt gerade mal für den 13.Tabellenplatz und bedeutet einen Vorsprung von drei Punkten auf den Relegationsplatz.

VfL muss punkten, um den Abstand auf die Abstiegsränge zu vergrößern

Przybecki zur eigenen Mannschaft: „Wir können auf die Leistung aus dem Bietigheim-Spiel aufbauen. Die Spielweise war aus meiner Sicht völlig in Ordnung, leider stimmte das Ergebnis am Ende nicht. Aber: Die Jungs haben alles gegeben, die Einstellung stimmt. Das ist eine wichtige Grundlage. Wir haben in den bisherigen Trainingseinheiten die Fehler, aber auch die gelungenen Dinge, intensiv besprochen. Das ist Teil der Verantwortungsübernahme, die ich unter der Woche und an den Spieltagen erlebe. Teilweise fehlen einfach nur ein paar Prozent. Vielleicht können diese fehlenden Anteile im nächsten Spiel schon wieder Jan Schult und Dadi Runarsson beisteuern. Ich hoffe, dass beide ihre Verletzungen auskuriert haben und wir mit ihnen einen erfolgreichen nächsten Spieltag erleben werden.“

Das Hinspiel war allerdings eine eindeutige Angelegenheit. Mit 31:24 gewann der ASV Hamm-Westfalen. Das liest sich nicht nur deutlich, das war es über 60 Minuten auch: Der VfL startete schlecht und hatte gegen gut aufgelegte Gastgeber, bei denen Felix Storbeck im Tor und Rückraum-Shooter Oliver Milde (sieben Tore) die auffälligsten Akteure waren, nie eine wirkliche Chance. Das soll sich im kommenden Heimspiel ändern. Und zumindest statistisch stehen die Chancen dafür gut: Die letzten vier Direktvergleiche konnte der VfL in der Hansehalle gegen den ASV gewinnen. Und auch die Gesamt-Bilanz ist positiv. Bislang gab es 17 Zweitliga-Vergleiche – mit acht Siegen, drei Unentschieden und nur 6 Niederlagen für die Schwartauer. Diese Bilanz darf weiter ausgebaut werden!

2020-03-05T12:22:17+00:00Mittwoch, 4. März 2020|