VfL vor enormer Auswärtshürde – Public Viewing in Bad Schwartau

Der VfL Lübeck-Schwartau spielt am kommenden Samstag bei einem der Favoriten auf den Aufstieg, dem ASV Hamm-Westfalen. Ein  Public Viewing mit Markus Hansen und Nikola Potic findet in der Relax Sportsbar Bad Schwartau statt.

Wenn der VfL Lübeck-Schwartau am 05.10, 19:15 Uhr, in der WESTPRESS arena aufläuft, wird sich niemand über die Rollenverteilung Gedanken machen. Auf der einen Seite steht der ASV Hamm-Westfalen, bis zum letzten Spieltag ungeschlagener Spitzenreiter der 2. Bundesliga. Dass das Team unter der Woche als letzter Zweitligist im DHB-Pokal-Achtelfinale ausgeschieden ist, ist sicherlich kein Makel. Immerhin war man der einzige Verein aus dem Unterhaus, der diese Runde erreicht hatte. Auf der anderen Seite steht mit dem VfL Lübeck-Schwartau eine Mannschaft, die erst jüngst eine frühe Saisonkrise mit einem Sieg gegen Bietigheim unterbrechen konnte. Wird das Aufeinandertreffen also eine klare Angelegenheit?

VfL-Trainer Piotr Przybecki dazu: „Es wird ein wichtiges Spiel, keine Frage. Wir machen uns dabei frei von den letzten Spielen, denn die zählen nicht mehr. Wir schauen auch nicht darauf, ob wir auswärts oder zu Hause spielen, obwohl der Support unserer Fans gegen Bietigheim schon großartig war. Wir wollen einfach ein gutes Spiel abliefern und am liebsten mit zwei Punkten im Gepäck die Rückreise antreten.“

Hamm will aufsteigen

Ein ehrgeiziges Unterfangen, denn Kay Rothenpieler, Trainer des ASV, hat im Vergleich zur vorherigen Saison, die Hamm mit einem guten vierten Platz abschloss, sogar eine noch bessere Ausgangsbasis. Musste er in der Saison 2018/19 noch acht Neuzugänge integrieren, waren es in diesem Sommer lediglich vier. Und die haben es in sich: Merten Krings und Marten Franke kamen von TV Emsdetten. Rothenpieler über den neuen Mittelmann: „Mit Merten haben wir einen der besten Aufbauspieler der 2. Bundesliga gewinnen können. Er ist darüber hinaus unser neuer emotionaler Leader. Ihn haben wir gesucht und gefunden.“ Mit Marten Franke unterschrieb darüber hinaus ein alter Bekannter bei den Nordrhein-Westfalen. Er bildet mit Oliver Milde das Ex-VfL-Duo – und das ganz erfolgreich. Ebenfalls neu sind Ivar Stavast aus den Niederlanden und Alex Rubino-Fernandez (TuSEM Essen). Sie sollen u. a. die Abgänge von Lukas Blohm (VfL Gummersbach) und Mex Raguse kompensieren. Letzterer hatte ganz zur Freude des VfL Lübeck-Schwartau gegen die SG BBM Bietigheim wieder einmal einen Sahnetag, erzielte acht Treffer in neun Versuchen – stark!

Seine Treffsicherheit wird auch an alter Wirkungsstätte von entscheidender Bedeutung sein und könnte dafür sorgen, dass Hamms Saisonziele in Gefahr geraten. Die unerwartete Niederlage gegen Eisenach war der erste Dämpfer der hohen Erwartungen der Gastgeber. „Wir wollen unbedingt aufsteigen“, so Coach Rothenpieler, „aber das wollen sechs bis sieben andere Vereine auch.“ Das Erfolgsrezept: hohes Tempo im Angriff und eine sichere Abwehr – ganz wie beim VfL. Dass insbesondere das letzte Spiel in Eisenach die Erwartungen auf die Erstklassigkeit nicht genährt hat, war wohl auch dem Ausfall zweier Sieggaranten geschuldet. Merten Krings konnte wegen einer Knöchelverletzung überhaupt nicht mitwirken, Stefan Lex, Rückraumrechter, fiel nach vier Minuten einer Blessur zum Opfer. Maßgeblicher aber könnte gewesen sein, dass der ASV über 60 Minuten einem Rückstand hinterherlaufen musste. Die Defensive bekam einfach keinen Zugriff auf die Eisenacher Offensivkräfte und im Angriff unterliefen zu viele Fehler. Da half es auch nicht, mit Fabian Hüsmann (41 Treffer) den viertbesten Torschützen der Liga dabei zu haben.

Bei allem Ärger über die verlorenen Punkte, Kay Rothenpieler konnte selbst der Niederlage etwas Positives abgewinnen: „Wir haben nie aufgegeben. Das zeigt mir, dass wir uns durch nichts vom Weg abbringen lassen werden.“

VfL will nach Sieg gegen Bietigheim nachlegen

Das hat auch der VfL nicht. Nach den zuletzt ernüchternden Ergebnissen konnte gegen die SG BBM Bietigheim endlich wieder doppelt gepunktet werden. „Das war eine absolute Energieleistung meiner Mannschaft“, so Przybecki, „Wir haben zwar nicht fehlerfrei gespielt, aber wir hatten das Spiel fast über 60 Minuten unter Kontrolle. Die Grundlage dafür war unsere gute Mentalität, denn wir haben schon etwas unter Druck gestanden. Aber davon hat sich niemand beirren lassen. Alle haben sich fokussiert und richtig reingehauen. Geholfen hat uns bei dem Sieg aber auch, dass wir wieder mehr personelle Alternativen hatten.“

Und diese Faktoren sollen auch gegen Hamm wieder wirken. Auch wenn es schwer wird. Przybecki zum kommenden Spiel: „Hamm steht absolut verdient so weit oben in der Tabelle. Sie spielen einen schnellen und attraktiven Handball. Mit Merten Krings haben sie dazu den ohnehin schon guten Kader noch einmal verstärkt. Er zählt sicherlich zu den besten Aufbauspielern der Liga. Wenn wir ihn und seine Mitspieler stoppen wollen, müssen wir ihre schnellen Gegenstöße unterbinden. Da kommt einiges auf unsere Abwehr zu, aber ich habe Vertrauen in meine Jungs. Wenn wir so konsequent im Rückzugsverhalten sind wie im letzten Spiel und auch vorne ähnlich effizient, können wir auch in Hamm bestehen.“

Public Viewing mit Markus Hansen und Nikola Potic

Zum ersten Mal in dieser Saison wird am Samstag ein Public Viewing in der Relax Sportsbar in Bad Schwartau stattfinden. Direkt an der Trainingshalle des VfL haben Fans die Möglichkeit zusammen mit Markus Hansen und Nikola Potic, die verletzungsbedingt beide nicht mit nach Hamm reisen werden, das Spiel zu verfolgen. Die Speise- und Getränkekarte des Relax‘ ist eine hervorragende Voraussetzung für einen geselligen Abend unter Fans und Spielern. Wir freuen und auf euren Besuch.

2019-10-06T07:16:33+00:00Donnerstag, 3. Oktober 2019|