VfL zurück in der Erfolgsspur

Der VfL Lübeck-Schwartau bezwang am 15. Spieltag Angstgegner TV Emsdetten vor 1.902 Zuschauern in einem kampfbetonten Spiel mit 30:24. Der spielerische Aufwärtstrend hält an und das Ergebnis stimmt auch wieder.

 

Vor den Augen von Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und aktuell Präsident des Bundesrates, hat der VfL Lübeck-Schwartau zurück in die Erfolgsspur gefunden. Aber das war ein hartes Stück Arbeit. Denn mit dem TV Emsdetten kam eine Mannschaft, die in der Vergangenheit schon häufig gute Ergebnisse in der Hansehölle erzielt hat. Das hatte sie sich auch dieses Mal vorgenommen. Der TVE musste zwar auf einige Akteure verzichten (u. a. Merten Krings, Dirk Holzner oder Ex-VfLer Marten Franke), brachte aber immer noch viel Qualität auf die Platte. Holger Krimphove fasste als Vertreter von Daniel Kubes auf der Pressekonferenz das Spiel für Emsdetten wie folgt zusammen: „Wir sind zwar mit dem Bus gekommen, ein Bulli hätte aber wahrscheinlich auch gereicht. Wir haben uns gut verkauft und dem VfL einen harten Kampf geliefert. Schwartau hat allerdings verdient gewonnen.“

Der VfL Lübeck-Schwartau konnte gleich zu Beginn den Faden aus dem Spiel gegen Essen aufnehmen. So entwickelte sich ein temporeicher Schlagabtausch, bei dem die Ostholsteiner von Beginn an etwas mehr in die Waagschale zu werfen hatten. Folgerichtig lagen sie nach sieben Minuten mit 6:2 vorn. VfL-Trainer Torge Greve zur schwierigen Situation nach drei Niederlagen: „Ich möchte meiner gesamten Mannschaft heute ein Kompliment aussprechen. Sie hat gekämpft und gebissen. Man hat gemerkt, dass sie unbedingt gewinnen wollte, auch wenn die Leichtigkeit dabei etwas fehlte. Wir waren sicherlich alle nach den letzten Spielen frustriert, aber wir glauben einfach an uns. Das war im Training schon zu spüren und das habe ich auch heute im Spiel gesehen.“

Davon musste sich auch der TVE überzeugen lassen. Bereits in der neunten Minute griff Gäste-Trainer Kubes zur grünen Karte, um sein Team gegen den VfL-Drang neu auszurichten. Wirklich gezündet hat diese Maßnahme allerdings nicht. Schwartau konnte sich zwar in der ersten Halbzeit nie wirklich weit absetzen, der TVE konnte aber auch nicht aufschließen. Grund dafür war auch, dass die Schwartauer Deckung hielt und Emsdettens Top-Torschütze Bozovic nicht seinen besten Tag hatte (nur drei Treffer von elf Versuchen). Wesentlich auffälliger war dafür Rechtsaußen Yannick Terhaer, der am Ende auch mit fünf Toren erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft war. Die Seiten wurden mit einer 16:13-Führung der Heimmannschaft gewechselt.

Zweite Halbzeit im Zeichen der Torhüter

Den ersten Teil von Durchgang zwei prägte Konstantin Madert (insgesamt 13 Paraden). Der Keeper der Nordrhein-Westfalen schien sich zum Stimmungstöter aufschwingen zu wollen und vereitelte selbst freie Wurfmöglichkeiten des VfL. Und weil auch Bozovic sein Visier nach drei Pfostentreffern etwas nachjustiert hatte, kam der TVE wieder heran. Aber nur etwas, denn beim VfL rückte nun der nach der Pause eingewechselte Marino Mallwitz zwischen den Pfosten immer stärker in den Blickpunkt. Mit teilweise spektakulären Paraden (am Ende waren es neun) holte sich der VfL auch auf dieser Position das Übergewicht zurück.

Die Vorentscheidung fiel, als Schwartau beim Stande von 23:21 einen 3:0-Lauf hinlegte (52. Minute). Pawel Genda, Martin Waschul (100 % Wurfausbeute, fünf Tore) und Basti Damm (Top-Torschütze mit sechs Treffern) löschten das Fünkchen Hoffnung des TVE, bevor daraus ein loderndes Feuer werden konnte.

Daran änderte auch das Kurz-Comeback von Daniel Kubes, der immerhin 140 Länderspiele für Tschechien aufzuweisen hat und etliche Erfolge mit dem THW Kiel feiern konnte, nichts mehr. Nach 60 Minuten zeigte die Anzeigetafel ein verdientes 30:24 an.

Dem Druck standgehalten

„Man hat gemerkt, dass eine Menge Druck auf uns lastete. Die Mannschaft hat aber von der ersten Minute an gezeigt, dass sie diesem gewachsen ist. Wir wollten den Sieg und haben ihn am Ende erzwungen. Die Mannschaft funktioniert, hat gut trainiert und sich heute am Ende auch belohnt“, resümiert ein zufriedener Torge Greve. „Besonders Basti Damm hat heute ein tolles Spiel gemacht. Es würde mich freuen, wenn wir an diese Leistung auch gegen Großwallstadt anknüpfen können.“

Das letzte Wort gebührt dem Ministerpräsidenten: „Das war eine super Stimmung, ein spannendes Spiel. Zwischendurch gab es einen kleinen Hänger, aber der VfL hatte einen super Torwart, der es noch rausgerissen hat. Klasse, dass sie gewonnen haben.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

 

 

 

2018-11-24T09:08:31+00:00Samstag, 24. November 2018|