Weihnachten beim Tabellen-Zweiten

Der VfL Lübeck-Schwartau eröffnet die Rückrunde am 2. Weihnachtsfeiertag beim Tabellenzweiten, dem starken HBW Balingen-Weilstetten.

Das Hinspiel hat VfL-Trainer Torge Greve noch in bester Erinnerung – 25:22 besiegte der VfL Lübeck-Schwartau die leicht favorisierten Gallier von der Alb am ersten Spieltag der Saison. Greve erinnert sich: „Das war ein heißer Tanz und ein optimaler Auftakt für uns. Wir sind lange einem Rückstand hinterhergelaufen. Dass wir die Partie ab der 45. Minute gedreht haben, war einfach klasse.“

Im Gegensatz zu den Lübeckern verpatzte der HBW Balingen-Weilstetten den Saisonstart. Die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle stand nach dem vierten Spieltag mit lediglich 3:5 Punkten da. Wahrscheinlich war dies auch dem starken Aderlass geschuldet. Gleich zehn Spieler verließen im Sommer den Verein. Einer von ihnen war Dadi Runarsson, der aus der Ferne natürlich auch immer noch mit einem Auge nach Balingen schielt: „Die ersten Spiele verliefen in der Tat etwas holprig für sie, aber davon haben sie sich längst erholt. Jetzt stehen sie auf Platz zwei. Sie haben sich zu einem ganz klaren Favoriten für den Aufstieg entwickelt. Das wird ein enorm schweres Spiel für uns, aber wir können und wollen auch da bestehen.“

Balingen mit einer beeindruckenden Serie von Siegen

Die Schwere der Aufgabe wird einem bewusst, wenn man die Ergebnisse ab dem fünften Spieltag betrachtet: mit einer Ausnahme (TuS N-Lübbecke) nur noch Siege. Die letzten neun Spiele hat der HBW gewonnen, verfügt über einen der besten Angriffe der Liga (Top-Torschütze Gretarsson, 110 Tore).

Torge Greve zum jüngeren Saisonverlauf der Balinger: „Die Siegesserie des HBW ist beeindruckend. In Lübbecke kann man sicherlich verlieren. Alle anderen Spiele haben sie aber nach dem mäßigen Start gewonnen. Dafür war aber auch der große Personalwechsel verantwortlich. Zu Hause sind sie eh eine Macht.“ Hinsichtlich der aktuellen personellen Möglichkeiten erkennt Greve ohne Neid an: „Der Kader von Balingen ist aus meiner Sicht aktuell das Nonplusultra der 2. Bundesliga. Ich erkenne dort keine Schwachstellen. Sie verfügen über gute Torhüter, spielen eine starke Abwehr und sowohl Rückraum als auch Außen sind außergewöhnlich gut besetzt. Das wird unsere schwerste Aufgabe bislang. Aber wir freuen uns auch darauf.“

Im Spiel am 26.12. kommt es übrigens nicht nur zum Duell Zweiter gegen Achter, sondern auch zweitbester Angriff gegen beste Abwehr. Ein Leckerbissen zum Fest und für Torge Greve auch mit Blick auf den eigenen Kader etwas ganz Besonderes: „Unsere Personalsituation ist im Vergleich zum Spiel gegen Hamm voraussichtlich unverändert. Etwas Hoffnung habe ich noch hinsichtlich Jan Schult, aber die Pause, die er hatte, könnte zu kurz gewesen sein. Meine Mannschaft hat aber in dieser Saison schon so viel weggesteckt, scheint jeden neuen Rückschlag in zusätzliche Motivation umzuwandeln. Das macht mich schon etwas stolz. Außerdem haben auch wir in den letzten fünf Spielen nicht verloren. Ich sehe uns alles andere als chancenlos. Das wird ein tolles Spiel und wir wollen auch in Balingen bestehen.“

Martin Strobel voraussichtlich bei der WM im eigenen Land dabei

Ein weiterer Beleg für die Klasse der Mannschaft von Jens Bürkle ist die WM-Nominierung von Martin Strobel. Bundestrainer Christian Prokop berief den 32-Jährigen in seinen 18er Kader. Die WM 2019 im eigenen Land würde sicherlich auch für den erfahrenen Spielmacher der Balinger ein absoluter Höhepunkt seiner Karriere werden. Dafür drücken wir ihm und der Deutschen Nationalmannschaft natürlich alle Daumen. Für das kommende Spiel allerdings will der VfL das natürlich noch ausblenden und den Balingern das Weihnachtsfest etwas verderben.

2018-12-25T08:20:02+00:00Dienstag, 25. Dezember 2018|