Zwei Spiele, vier Punkte – optimales Wochenende für den VfL

Lübeck-Schwartau gewinnt auch das zweite Spiel am Doppelspieltag und entführt beim 24:28 beide Punkte aus Hagen

Die Mannschaft von Trainergespann Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt musste erneut ohne Martin Waschul auskommen, begann dafür aber wieder mit Dennis Klockmann im Tor. Nach dem sehr guten Spiel von Marino Mallwitz vielleicht etwas unerwartet, aber eine folgenschwere Entscheidung für den VfL Eintracht Hagen, wie sich im Spielverlauf zeigen sollte.

Aber der Reihe nach: die Lübecker starteten optimal ins Spiel, führten schnell mit 0:3 (Ottsen, Kretschmer, Metzner, bei einem gehaltenen 7-Meter von Klockmann). Hagen fand erstmals in der fünften Minute das Tor und Trainer Niels Pfannschmidt sah sich bereits frühzeitig gezwungen nachzujustieren (Auszeit, 9.). Das lag gar nicht so sehr daran, dass die Eintracht schlecht gespielt hat, sondern vielmehr an einer hohen Schwartauer Effizienz aus dem Rückraum und einem noch besseren Dennis Klockmann, der selbst die klarsten Chancen der Hagener vereitelte.

Dazu Gerrit Claasen: „Wir sind gut in die Partie gekommen, haben eine super Abwehr gestellt und hatten dahinter mit Dennis Klockmann wieder einen super Torwart. Das 7:2 war der verdiente Lohn.“ Und Jörg Engelhardt ergänzt: „Wir haben spielerisch gute Lösungen gefunden und den Vorsprung sogar auf 11:4 ausgebaut. Dann aber machte sich die Müdigkeit nach dem intensiven Spiel vom Freitag etwas bemerkbar und Hagen konnte aufschließen.“ Beim 8:11 (25., 4:0-Lauf) witterte nicht nur die Heimmannschaft Morgenluft, sondern auch die 469 Zuschauer machten sich berechtigte Hoffnungen auf einen Erfolg und erstmals lautstark bemerkbar. Die Schwartauer waren in dieser Phase zu statisch, aber auch die Hagener Abwehr und Ex-Vfler Tobias Mahncke im Tor hatten sich besser auf den Angriff des Tabellenfünften eingestellt. Mit 10:13 wurden die Seiten gewechselt und der Flow war auf der Seite der Heimmannschaft.

Zweite Halbzeit souverän – im Stile einer Spitzenmannschaft

In der Kabine schienen Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Gäste kamen wieder hochkonzentriert auf das Feld und erstickten so die aufkeimende Hoffnung der abstiegsbedrohten Hagener im Keim. Spätestens nach einem 5:0-Lauf zum 12:19 war eine kleine Vorentscheidung gefallen. Gerrit Claasen zum zweiten Durchgang: „Wir sind sehr ordentlich aus der Kabine gekommen und haben taktisch eine hervorragende zweite Halbzeit abgeliefert. Wir hatten auf jeden Versuch der Hagener, das Spiel noch einmal zu drehen, die passende Antwort.“

Und auch die Defensive zeigte wieder, dass sie die beste der 2. Liga ist. Einzig Tim Stefan konnte auf Hagener Seite offensiv überzeugen, erzielte neun Tore und damit genau so viele wie Antonio Metzner. Der Halbrechte der Schwartauer knüpfte damit lückenlos an seine starke Vorstellung gegen Wilhelmshaven an. Aber es wäre zu wenig, einen einzelnen Spieler hervorzuheben. Jörg Engelhardt: „Das war eine super Mannschaftsleistung! Alle Spieler wurden eingesetzt, neun von ihnen haben sich in die Torschützenliste eingetragen. Selbst den Ausfall von Fynn Ranke in der zehnten Minute (Muskelverletzung) konnten wir kompensieren. Wir haben vor dem Doppel-Spieltag gesagt: wenn unsere Leistung besser ist als in der Hinrunde, gewinnen wir beide Spiele. Und genau so ist es gekommen.“

Denn weil auch Jonas Ottsen (5 Tore) und Steffen Köhler (6 Tore) offensiv überzeugend auftraten, kam Hagen nicht noch einmal auf Tuchfühlung. Gerrit Claasen: „Das etwas veränderte Spielsystem trägt seine Früchte. Gerade das Spiel über den Kreis läuft jetzt besser.“ Schwartau spielte souverän und abgeklärt, hatte mit Dennis Klockmann den besseren Torwart (17 Paraden, 42 %) und nahm zurecht beide Punkte mit an die Ostsee.

Schöne Randnotiz: den 7-Meter zum 12:18 verwandelte Tim Claasen sicher und ihm war es auch vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen (24:28). Er ist nach längerer Erkrankung zurück auf der Platte und für die letzten Spiele sicherlich schnell wieder eine personelle Alternative.

2019-04-28T20:22:46+00:00Sonntag, 28. April 2019|